RTS Unternehmertalk mit Lukas Crepaz

Shownotes

Carmen Aichinger spricht mit Lukas Crepaz über die Verbindung von Kultur, Wirtschaft und unternehmerischer Verantwortung.

Die Salzburger Festspiele sind nicht nur eines der international bedeutendsten Kulturereignisse, sondern auch ein wesentlicher Wirtschaftsmotor für Salzburg. Crepaz gibt Einblicke in die Organisation hinter den Kulissen und erklärt, warum die Festspiele mit ihren Werkstätten, Spielstätten und zahlreichen Veranstaltungen weit über die eigentliche Festspielzeit hinaus wirken.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

die Struktur und Organisation der Salzburger Festspiele die ursprüngliche Vision von Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss Kunst als gesellschaftlicher Brückenbauer den „Jedermann“ und die Frage nach dem Wesentlichen im Leben die wirtschaftliche Bedeutung der Festspiele für Salzburg rund 250 Millionen Euro Wertschöpfung während der Festspielwochen die umfangreiche Sanierung und Erweiterung des Festspielbezirks den Bau neuer Räume im Mönchsberg die geplanten Ersatzspielstätten während der Bauphase Lukas Crepaz’ persönlichen Weg vom Tiroler Familienbetrieb über das Ruhrgebiet nach Salzburg Verantwortung, Fehler und Chancen in jungen Führungspositionen

Ein Gespräch über große Kultur, große Investitionen und darüber, warum Kunst nicht nur einen gesellschaftlichen, sondern auch einen enormen wirtschaftlichen Wert besitzt.

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00:00:05: Herzlich willkommen zum RTS Unternehmertalk.

00:00:09: Wir sprechen hier mit Menschen die Verantwortung tragen für Unternehmen, für Organisationen und für Institutionen, die weit über unser Salzburger Land hinauswirken.

00:00:19: Heute haben wir einen Gast der genau in einem solchen Umfeld tätig ist.

00:00:24: Als kaufminischer Direktor des Salzburger Festspielfonds trägt er Verantwortung für eines der bedeutendsten Kulturerreignisse weltweit Eine Institution, die seit Jahrzehnten für Qualität, Tradition und internationale Strahlkraft steht.

00:00:39: Dabei geht es nicht nur um Kunst- und Kultur sondern auch um wirtschaftliche Entscheidungen.

00:00:45: Organisationen – und die Herausforderung ein so großes Format erfolgreich zu führen!

00:00:51: Lieber Lukas Grebfahrts, schön dass du heute bei mir bist.

00:00:54: Herzlichen Dank für deine Einladung.

00:00:56: Es freut mich sehr hier sein zu können.

00:00:59: Lukas, Wir befinden uns gerade mitten In der Festbildzeit, sie geht jetzt dem Ende zu und wir sprechen eigentlich heute mehr über die Zukunft.

00:01:07: Das Salzburger Festbilde, das Festbildbezirks was sich in den nächsten Jahren dort so tun wird.

00:01:13: Die Festspiele selbst glaube ich müssen wir jetzt nicht erklären und jede in Salzburg wissen was die Salzburger Festspiele sind.

00:01:21: aber ich glaube was nicht jeder weiß in Salzbrück ist wie es die Organisationsstruktur Dass Salzburger Festspiele aufgebaut ist dieser Verein, was auch immer.

00:01:33: Bitte klär mich auf!

00:01:35: Ja gerne also jeder kennt tatsächlich die Festspiele und die Fettspiele sind ja ein... wesentlicher Teil der Identität Salzburgs.

00:01:43: Und man merkt es auch jetzt, wenn man durch die Stadt geht... Die Atmosphäre in der Stadt ist einfach eine andere.

00:01:49: Wir sind auf einer anderen Betriebstemperatur und ich glaube das ist ein ganz er einziger Artikel.

00:01:55: Ich war jetzt doch auch schon an vielen verschiedenen Orten.

00:01:59: Eine ganze eigene Atmosphere, die sich sonst bei kaum einem anderen Festival einstellt.

00:02:06: Nämlich weil Salzburg natürlich von der Größe ja eigentlich sehr überschaubar ist und weil während der Festspiele die ganze Stadt Festspiele atmet.

00:02:18: Zur Struktur, wir sind ein Fonds suigenaris also ein öffentlicher Fonds, der passiert auf einem Bundesgesetz nämlich dem Gesetz zur Errichtung des Salzburger Festspielfonds das in den fünftiger Jahren entstanden Struktur auf eine stabile Basis zu stellen, nämlich ursprünglich waren die Festspiele ja eine Unternehmung.

00:02:47: Eine Unternehnung, die komplett privat finanziert war und wir haben uns sehr viel von diesem Geist unserer visionären Gründer Hugo von Hofmannsthal der Dichter Max Reinhardt, der Impressario, der war ja Theaterunternehmer, Regisseur sowohl im Film in Hollywood als auch in Berlin, in den Metrobolen Europas und den Dirigenten und Komponisten Richard Strauss.

00:03:19: Viele andere waren im Hintergrund auch daran beteiligt um diese Unternehmung wie Sie selber auch gesagt haben erst zu ermöglichen und das mitten im ersten Weltkrieg noch.

00:03:32: Es gibt hier Schriften aus, wo Max Reinhard einen K&K-Hofoperndirektor schreibt.

00:03:43: Warum er und seine Kollegen in Salzburg Festspiele machen wollen?

00:03:50: Und der spricht da schon von einer hohen künstlerischen Tat und eine Unternehmung die der Stadt und dem Land große wirtschaftliche Vorteile bringen wird.

00:04:03: Also wenn man das betrachtet aus einer Perspektive von über hundert Jahre später, dann also ich bin jedes mal schier erstaunt mit welcher Vision und vielleicht auch welchem Versprechen von einer Zukunft hier die ausgegangen sind.

00:04:23: und diese Vision hat sich komplett erfüllt.

00:04:27: Ich glaube es ist so wichtig oder war vielleicht damals auch für für die Gesellschaft ein wichtiger

00:04:35: Strohhalm,

00:04:37: dass man irgendwie ein zukunftsvisionäres Projekt startet.

00:04:42: und auch die Kunst ist etwas, das uns mental stärkt.

00:04:48: Oder wie siehst du das?

00:04:50: Für Sie war es schon abzusehen, dass der erste Weltkrieg natürlich ein Disaster ist sich danach herausstellen wird, dass aus dem großen Reich im Endeffekt nicht mehr viel übrig bleibt.

00:05:10: Und das aber was übrig bleibt?

00:05:14: Das ist die kulturelle Identität dieses Landes und es ist die Kraft der Kunst.

00:05:20: und diese Kraft der Kunst über die Kunst sich mit dem Unbekannten, mit dem Unawarteten auseinandersetzen zu können.

00:05:29: Das war ein ganz wichtiger Aspekt, dass man über die Kunst ehemalige Feinde wieder zusammenbringen kann.

00:05:35: Als Brückenbauer so zusammen?

00:05:39: Ja auch als Plattform in der wir uns über uns hinaus entwickeln.

00:05:45: Wir sind nicht nur wie Scheu-Klappen immer in unserem Tunnel, sondern die Kunst fordert uns heraus, dass wir uns eben über das was wir gewohnt sind informieren, mit dem auseinandersetzen und entdecken wie viel Kraft in diesem neuen auch steht steckt.

00:06:07: Und dass wir uns aus unserer Komfortzone da hinaus bewegen dürfen und sollen und können.

00:06:15: Ich weiß noch, wie ich das erste Mal den jedermann gesehen habe auf dem Donplatz

00:06:22: Das...ich

00:06:22: hab mich eigentlich mit dieser Geschichte überhaupt nicht beschäftigt.

00:06:26: und dann sitze ich da und krieg irgendwie so diese ganzen Botschaften, dann haben wir gedacht, das hat was mit mir zu tun.

00:06:34: Das habe ich wirklich nachdenklich gestimmt.

00:06:36: Und seitdem immer wenn ich alle Jahre wieder mal hingehe, dann denke ich über mein Leben noch.

00:06:44: Und es glaube ich ist auch das, was die meisten Menschen machen, wenn sie egal welche Inszenierung besuchen bei den Festspielen.

00:06:51: Es hat jedes Thema seine Botschaft.

00:06:54: Ja, das ist beim Jedermann ja ... Tatsächlich so in einer neuen Inszenierung von Robert Carson, die jetzt schon ein paar Jahre läuft.

00:07:05: Ist das so besonders?

00:07:06: Weil in dem Text kommt es ja der jedermann, kommt er gleich am Anfang an vor und mit jedermannen verbindet das mit der Geste jeder Mann also ihr alle seid gemeint wir alle sind gemeint Und das macht es in der Inszenierung jetzt von Robert Carson auch so besonders, das spürt man.

00:07:27: Das ist der jedermann oder die jeder Frau.

00:07:31: Das sind...das ist ein Mensch, der gerade voll im Saft des Lebens steht.

00:07:38: Der hat alles und in dem Moment, indem er eigentlich alles im Überfluss hat kommt die Kraft, die unser Ziel eigentlich ist, der Tod.

00:07:49: Und auf einmal merkt er dass es jetzt darum geht herauszufinden, was eigentlich das Wesentliche im Leben war.

00:07:58: Und das ist das Spannende ja auch natürlich eine sehr religiöse Deutung aber es ist etwas, was uns alle beschäftigt in so Extremsituationen wo man wenn man zurückblickt überlegt und was habe ich hier eigentlich in dieser Welt hinterlassen?

00:08:18: Was habe ich Gutes getan?

00:08:20: Was wird von mir übrig bleiben?

00:08:21: Und was nehme ich mit?

00:08:23: vielleicht, je nachdem an was man glaubt in ein zukünftiges Leben?

00:08:27: Drum ist es auch so toll dass man einfach hingeht.

00:08:31: So aus dem Alltag heraus weil im Alltag denkt man ja nicht noch meistens geht's einem... also erst mal fängt das dann nachzudenken wenn man wirklich einmal eine Krise hat.

00:08:41: aber im Alltal wenn wir in der Blüte des Lebens sind, denkt mir über das nicht nach.

00:08:44: Darum finde ich das dann toll.

00:08:46: Ich gehe da hin und ich weiß heute denke ich darüber nach und gehe auch nachdenklich wieder nach Hause.

00:08:51: Das finde ich wirklich großartig!

00:08:54: Und das sind alles klassische Stoffe, alte Stoffen die aber so viel Wahrheit in sich haben weil es die grundsätzlichen Fragen unseres Lebens sind, die seit Jahrhunderten immer dieselben wahr sind und auch so weiterhin sein werden?

00:09:10: Kommen wir zurück zur Struktur des Salzburger Festspielfonds also in dieser, ich nenne sie jetzt einmal Firma.

00:09:18: Das sind die Sommerfestspiele mit dabei, die Pfingstfestspielen.

00:09:23: Die Osterfestspieler sind eine eigene Organisation?

00:09:26: Genau

00:09:26: ja!

00:09:27: Also das ist eben interessant weil es von außen gar nicht oft so verstanden wird.

00:09:33: also der Festspielfonds macht selber programmiert.

00:09:37: für durch plante die Sommerfestspiele und die Pfingsfestspiele Pfingsten ist er unsere Intendante in Cecilia Bartoli, unsere künstlerische Leiterin.

00:09:50: Und im Sommer hat er noch Markus Hinterhäuser programmiert jetzt Karin Bergmann und darüber hinaus betreiben wir den gesamten Festspielbezirk das ganze Jahr über.

00:10:06: Das heißt, wir haben eigene Werkstätten die unsere Produktionen vorbereiten.

00:10:10: Wir haben ungefähr zehn bis fünfzehn Produktion, wovon wir selber an die acht Produktion pro Jahr selbst produzieren in unseren Werkstädten und der Rest co-produziert ist.

00:10:27: Und unsere Werkstäden, unsere Teams Arbeiten für die Osterfestspiele.

00:10:33: Die Osterfestspiele sind eine eigene GmbH mit einem eigenen kleinen Team, aber unser gesamtes Team – alle Mannschaften auf den Bühnen in den Werkstätten und auch die Administration arbeitet für die Ostervestspielle damit die Produktion erst auf die Bühne entkommen könne.

00:10:51: Und natürlich auch die Kostümabteilung, die wir das ganze Jahr haben unsere Schneider rein etc.. Dann haben wir die Mozartwoche.

00:11:02: Die macht je nachdem, ob sie eine szenische Produktion macht oder nicht, betreuen wir auch diese szenischen Produktion und selbstverständlich alle Veranstaltungen, die im Festspielbezirk das ganze Jahr über stattfinden.

00:11:15: Wir reden hier über Besucher der Festspiele im Sommer von ca.

00:11:26: bis zu achthundertfünfzigtausend Besuchen in diesen drei Spielstätten im Festspielbezirk.

00:11:34: Und hunderte Veranstaltungen, die das ganze Jahr in diesem drei Häusern stattfinden und zwar eben einmal von diesen ganzen Festivals, die ich jetzt aufgezählt habe aber auch die Kulturvereinigung, die jedes Monat Konzerte im großen Festspülhaus macht oder

00:11:50: die Salzburg-Filharmonie, die es kommt mit Michael Jackson im Frühling?

00:11:53: Genau!

00:11:54: Oder wie im Juni, der Brian Adams bis zuhin zur Popmusik.

00:12:02: Das hat Wenzingen mit Volkskultur.

00:12:04: also man kann mit Fug und Recht sagen diese Infrastruktur hier das Festspielbezirks bildet die das gesamte kulturelle Spektrum ab und ist die zentrale Infrastruktur des kulturellen Herzes des Landes Salzburg?

00:12:26: Ich finde, der Festspielbezirk wird sehr viel auf die Sommerfestspiele reduziert sozusagen.

00:12:35: Aber wenn du jetzt sagst über hunderttausend Besucher im Jahr schwieren in den Bezirk aus und ein das ist ja enormer Menschenverkehr sozusagen aber auch Geldverkehr.

00:12:49: Und

00:12:50: man hört so oft die Wertschöpfung die Salzburg als Stadt, als Land oder auch Österreich aus diesen ganzen herausziehen kann.

00:12:58: Das finde ich oft schon so ein bisschen abgetroschen.

00:13:01: Wie erklärst du die Wertschöpfung?

00:13:05: Dass man sagt das ist nicht abgetrochen sondern da kommen wir was anfangen damit.

00:13:09: Ja ich glaube man kann es einmal einfach am eigenen erfahren der Unternehmerinnen und Unternehmer der Altstadt sehen.

00:13:17: ganz existenziell hat man das gemerkt in einer Corona-Krise in der Pandemie.

00:13:23: Da war es nämlich tatsächlich so, dass wir von so vielen Gastronomenhändlern in der Altstadt angesprochen wurden und von denen gesagt wurde, haltet's durch!

00:13:33: Wir finden das so toll, als ihr weiter versucht, Festspiele stattfinden zu lassen, dass ihr Konzepte entwickelt, dass sie erabwartet, dass hier daran arbeitet, dass auch die Politik entsprechend entscheiden kann, dass man mit Konzepten sichere Veranstaltungen durchführen kann, wenn man die auch rigoros und strikt durchführt.

00:13:54: Und wir haben Unternehmer gesagt dass sie während der Festspiele allein also in diesen sieben Wochen gut ein Drittel bis die Hälfte ihres Jahres Umsatzes machen.

00:14:09: Also Wertschöpfung heißt daher das die Gäste die zu uns kommen Ja, auch viel Konsum zusätzlich in der Stadt lassen.

00:14:20: Das sind Qualitäts-Touristen die hier übernachten, die hier in einen Handel gehen.

00:14:25: In einem Einzelhandel, den er in Salzburg im Vergleich zu vielen anderen Städten noch immer sehr geprägt ist von kleineren Strukturen.

00:14:32: Das ist ja eine riesige Qualität, die da ist und die dann in das Modergeschäft reingehen,

00:14:41: die zum

00:14:43: Schirm machen gehen oder essen gehen.

00:14:45: Und die lassen sehr viel Geld daher auch hier, dass in der Wirtschaft entsprechend weiter wirkt.

00:14:53: Also die Wertschöpfung, die die Festspiele generieren bedeuten, dass für jeden Euro, der investiert wird in die Fettspiele ein Vielfaches an Euro zurückkommt.

00:15:03: Wir reden hier von Allein in den sieben Wochen, ich betone es immer.

00:15:07: Sieben Wochen von einer Wertschöpfung von zweihundertfünfzig Millionen Euro die durch die Gäste und durch die Festspiele selbst, durch die Aufträge, die wir in die lokale Wirtschaft geben für die Fertigung der Produktionen, für den Transport

00:15:21: etc.,

00:15:22: die hier generiert werden.

00:15:25: Und das ist auch ein Argument, dass sich immer verwendet für die Investition, die ja schon ein Kraftaktist jetzt ansteht für den Festspielbezirk, um die Infrastruktur in die Zukunft zu führen.

00:15:39: Diese große Investition, die ja in öffentliches Eigentum geht – weil das große Festspielspielhaus gehört der BIK also dem Bund und Haus für Mozart- und Felsenreitschule gehören da statt und daher uns allen den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern.

00:15:59: Für diese große Investktion kommen jedes Jahr neunzig Millionen Euro an Steuern und Abgaben direkt an die öffentliche Hand zurück.

00:16:09: Das heißt, das Projekt amatisiert sich nach fünf Jahren – diese Investition ist wirklich eigentlich.

00:16:15: wenn man jetzt rein wirtschaftlich denkt und das Kapital hätte selbst und einem das Eigentum gehören würde, würde ein Unternehmer sagen okay das ist eigentlich a no-brainer da investiere ich rein.

00:16:27: Und deswegen sind wir so überzeugt, dass es diese Investitionen gerade in dieser schwierigen Zeit braucht damit nämlich die Wertschöpfung auch weiterhin funktioniert und damit weiterhin hier in dieser Stadt so ein kräftiger wirtschaftlicher Motor weiter arbeiten kann.

00:16:51: Ich glaube ich hoffe ich zitiere dich jetzt richtig wie habe irgendwo gelesen das du einmal gesagt hast Kunst kostet Aber Kunst bringt auch Geld.

00:17:02: Genau!

00:17:03: Und gleichzeitig ist es nicht die Aufgabe der Kunst, Geld zu bringen.

00:17:08: Man redet oft im Wirtschaftsschagon und in der Volkswirtschaftslehre gibt's diesen Begriff des Billover-Effekts.

00:17:15: Also das Billover,

00:17:17: d.h.,

00:17:17: wenn ich dieses Wasserglas fülle... ...und immer weiter Wasser gebe, dann fließt irgendwann Wasser runter.

00:17:23: Dieses Wasser, das hier runterfließt und vielleicht die Erde mit Wasser versorgt, woraus wieder neue Pflanzen entstehen können.

00:17:33: Dieses Wasser das darüber kommt ist quasi das was Energie durch die Kunst in den Festspielbetrieb reingeht und der darüber hinaus viele andere Wirtschaftszweige auch noch mitversorgt.

00:17:50: Es wird oft gesagt dass die Festspiele nur für die Elite sind situierten Menschen.

00:18:00: Und

00:18:01: was sagst du da dazu?

00:18:02: Weil ich denke, oder wie siehst Du das als... Also es ist so irgendwie ein bisschen kontrovers in der Gesellschaft finde ich Ja, da rennen dann die tollen Menschen wieder herum und wir sind die Armen Wir werden da irgendwie ausgesperrt oder so.

00:18:20: Das

00:18:20: ist natürlich also das ist eines der best gepflegtesten Vorurteile weil es auch von manchen auch populistisch angeheizt wird, ich kann nur sagen das stimmt überhaupt nicht.

00:18:34: Wenn wir uns unser Publikum anschauen dann ist es ein wirklich repräsentatives Abbild unserer Gesellschaft.

00:18:43: selbstverständlich und da freuen wir uns darüber Sinn entsprechend finanzkräftiges Publikums bei den Festspielen.

00:18:52: zum Glück kommen Unternehmer zu den Festspielen aus aller Welt treffen sich hier, überlegen Investitionen, Partnerschaften etc.

00:19:02: Das hilft ja dieser Region und das hilft dass in dieser Region entsprechend wirtschaftliche Kraft da ist um unseren Sozialstaat zu finanzieren.

00:19:13: Und gleichzeitig haben wir ganz viel Publikum wo ich weiß von manchen Besucherinnen und Besuchern die sagen Ich spare hier wirklich das ganze Jahr über Geld an, damit ich mir manche Produktionen bei den Festspielen leisten kann.

00:19:30: Weil es so toll ist und mir so viel Kraft zurück gibt für mein Leben!

00:19:35: Und für uns ist es schon wichtig dass es für alle möglich ist bei den Festspielen dabei zu sein.

00:19:43: deswegen sind über fünfzig Prozent unserer Karten kosten weniger als hundert zehn Euro.

00:19:50: Natürlich kosten die Karten in der Oper, die sehr, sehr kostenintensiv sind.

00:19:56: Hundertschaften da beteiligt daran.

00:20:00: Kosten mittlerweile vierhundertfünfundsebzig Euro.

00:20:05: Diese ... diese Dicketpreise werden aber

00:20:11: kurz hängen.

00:20:13: Zum Beispiel die heurige Operkamen?

00:20:16: Wie viele Leute arbeiten hier im Hintergrund dass diese Oper stattfinden kann.

00:20:21: Kommen wir das so beziffern?

00:20:23: Ja, es ist wirklich so dass wir alleine auf der Bühne ein großes Orchester haben mit dem Utopiaorchester dann Chor, der Bachchor Salzburg Unterkinderchor also der Salzburger Festspiel und Theater Kinderchor.

00:20:45: Dann sind die Solistinnen und Solisten dabei Tänzerinnen und Tänzern.

00:20:50: Und die, die man nicht sieht, die alle im Hintergrund daran arbeiten – das sind die Technikerinnen und Techniker auf der Bühne des großen Festspielhauses in den Tonabteilungen, in der Videobteilung, in Beleuchtung, die Garderobieren, die Maske, die eben davor mit den ganzen Werkstätten Schneiderei, Bühnenmalerei, Tischlerei.

00:21:17: Das ist ja sehr tischleintensives, die siefe Produktion weil das gesamte Bühnenbild diese Plattformen die man sieht in der Produktion.

00:21:27: Sie läuft ja gerade noch.

00:21:29: Die sind alle getischelt also ist alles aus Holz.

00:21:35: Also ich würde mal so überschlagen dass direkt in derproduktion in der Umsetzung an die zweihundertfünfzig bis dreihundert Personen arbeiten und davor im Vorfeld noch einmal gut hundertfünfzig dazukommen.

00:21:54: Ja, das sind dann auch Arbeitsplätze oder

00:21:57: wie?

00:21:57: Das sind Arbeitsplätzen, die in dieser

00:21:59: Zeit hier geschaffen sind.

00:22:00: Genau!

00:22:01: Und gesichert werden – diese Wertschöpfung sichert er darüber hinaus nach weitere Arbeitsplätzchen.

00:22:07: also wir reden von fünftausend achthundert Arbeitsplätzen, die hier Jahr für Jahr gesicherd werden.

00:22:14: Das ist eigentlich unglaublich, jetzt ein richtiges Großunternehmen.

00:22:17: Es ist ein großes Unternehmen vor allem auch weil wir ganzjährig sind.

00:22:22: Wir haben zweihundertfünfzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen und im Sommer werden es bis zu viertausend Fünfhundert mit allen Künstlerinnen und Künstlern in über achtzig Berufsgruppen.

00:22:38: D.h.,

00:22:39: die Arbeiterfestspiele die sichert eben auch Arbeitsplätze, die sichern Existenzen in Salzburg.

00:22:48: Also das wird oft vergessen wenn man es auf so einen einfachen populistischen Spruch herunterbringt.

00:22:56: und eben wichtig ist dass es für alle Salzburgerinnen und Salzburger und Österreicherinnen und Österreichers leistbar ist.

00:23:05: und darüber hinaus haben wir mit Hilfe unserer Sponsoren zum Beispiel die Siemens Festspielnächte.

00:23:11: Ja, die sind eine Institution.

00:23:12: Die sind dieses Jahr auch in den letzten Jahren.

00:23:16: Gibt es die Siemens-Festspielnächte?

00:23:18: Bei freiem Eintritt am Kapitelplatz das wunderbarste und größte Open Air, also Public Screening von Opern mit der Festung rechts, wenn man raufschaut.

00:23:30: Kann

00:23:31: ich nur empfehlen!

00:23:31: Ich liebe das!

00:23:32: Das ist fantastisch!

00:23:34: Sondern lauen Sommernachts dort sitzen und sich das anschauen und es echt zum Genießen so schön... Wie geht es jetzt weiter?

00:23:44: Die Festspiele sind bald vorbei und dann, wir sind ja eigentlich noch in der ersten Phase des großen Umbau-Planes.

00:23:53: Was passiert jetzt ab September?

00:23:55: Ja also wir werden einmal mit der Overtür – ich nenne das die Overtüre wie in der Oper wären wir fertig weil nämlich das Festspielzentrum der sehr unter Schüttkasten dieser Nährung, dieser Teil ist komplett privat finanziert.

00:24:11: Dr.

00:24:12: Hans-Peter Wild hat uns zwölf Millionen Euro gespendet, um ein neues und zum ersten Mal einen Festspielzentrum zu ermöglichen.

00:24:20: Bisher haben wir keinen Platz gehabt, wo man außerhalb der Festspielveranstaltungen hingehen kann und Festspiele erleben kann – sich austauschen kann.

00:24:28: Was wird da passiert in diesem Festspielt?

00:24:30: Das wird hinter der Pferdeschwemme entsteht ein Pavillon Altstadt geöffnet, weil neben der Pferde Schwämme gibt es ja dieses grüne Tor.

00:24:41: Das war bisher geschlossen das war aber ursprünglich im siebzehnten Jahrhundert geöffnete.

00:24:47: Wir dürfen es deswegen auch wieder öffnen.

00:24:50: D. h., man hat jetzt neben der pferde schwämmer den Zugang und von einer anderen Seite am Karriernplatz Und hier drinnen ist ein Ort in dem er das ganze Jahr über Festspiele erleben kann.

00:25:02: Der Shop und das Ticket Büro ist dort.

00:25:07: Untergeschoss gibt es einen großen Saal, den Dr.

00:25:11: Hans-Peter Wilzahl für bis zu dreihundert Personen der für verschiedenste Zwecke genutzt werden kann Für Veranstaltungen, für Einführungen die der Verein einer Freunde wird dort seine Einführungsveranstaltung Diskussions und Informationsveranstaltung machen.

00:25:29: Also eine große schöne Neuerung Die die Festspiele gegenüber denn Salzburgerinnen und Salzburgern auch noch weiter öffnen wird.

00:25:40: Das war so der erste Schritt, die jetzt startet mit Mitte September eine der Hauptmaßnahmen weil der gesamte Festspielbezirk ich habe darüber schon gesprochen ist ja deswegen notwendig weil diese drei Häuser über sechzig Jahre alt sind und schon längst am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind.

00:26:03: das große Festspielhaus braucht Drei Aspekte.

00:26:07: Der erste ist, die Haustechnik ist einfach überaltert und muss dringend ausgetauscht werden.

00:26:14: Man merkt es ja sogar selber wenn man ins große Festspielhaus geht.

00:26:18: Im öffentlichen Bereich sieht man's nicht so sehr.

00:26:21: Aber man merkt da einfach dass die veränderten klimatischen Bedingungen natürlich Die Anlagen die wir drin haben denen nicht mehr gerecht werden.

00:26:31: Es wird teilweise zu warm.

00:26:34: Wir brauchen bessere Lüftung, bessere Klimatisierung.

00:26:38: Aber da runter zum Beispiel im unteren Pausenverjeh – wir haben das geöffnet damals mit dem hunderte Probeöffnungen in der ganzen Substanz gemacht – da hat es einmal eine Fußbodenheizung gegeben.

00:26:51: Als wir die Platte abgenommen haben, haben wir gesehen dass im Estrich nur mehr ein Loch ist.

00:26:56: Die komplette Leitung war korrodiert.

00:26:59: Komplett!

00:27:00: Da ist nichts mehr von der Leitung übrig und so ist es systematisch, um ein bisschen bildhaft zu machen.

00:27:06: Das ist systematis für die gesamte Infrastruktur dahinter.

00:27:09: Die muss dringend komplett erneuert werden.

00:27:12: Wir haben eine Bühnentechnik, die einmal die modernste Bühnentechnik der Welt war als sie in den Sechzehnten geöffnet wurde.

00:27:18: Jetzt ist ja Oldtimer, die auch noch dazu immer wieder gebrechen hat, die man kurzfristig versuchen muss die ganze Steuerungstechnik, alles ist da einfach veraltet.

00:27:31: Das muss saniert werden.

00:27:32: unter dritter Aspekt und das ist jetzt der, der jetzt ab September startet ist, dass sich seit nineteen sechzig die Festspiele extrem weiterentwickelt haben.

00:27:43: Neunzehntsechzig mit der Eröffnung des großen Festspielhauses waren auf einmal zwei tausend zweihundert Plätze bis zu zweitausend vierhundert Plätzen wenn man ein Orchestergraben mitbestult mehr zur Verfügung.

00:27:57: Aber das Programm, die Programmitichte hat ungefähr dem entsprochen was wir dann in vier Wochen realisieren konnten.

00:28:07: Also einer Kapazität und einer Anzahl, die bei ungefähr hundert Veranstaltungen war also die Hälfte und weniger als die Hölfte von einem Angebot dass wir jetzt jedes Jahr machen.

00:28:19: Das war in etwa das Programm von Und die ganzen Arbeitnehmerschutzvorschriften, die sie in den neunzehntzig noch gar nicht gegeben hat.

00:28:29: Die sind erst in den Siebzigerjahren entstanden.

00:28:32: Müssen natürlich alle eingehalten werden.

00:28:35: Produktionsabläufe haben sich verändert.

00:28:37: um diesen Anforderungen zu entsprechen brauchen wir mehr Platz.

00:28:42: Wir sagen Raum für Kultur aber es ist nicht nur Raum für Kultur sondern es ist Raum für Handwerk!

00:28:49: Wir sichern hier Handwerk, wir sichern Arbeitsplätze von Fachkräften.

00:28:56: Und deswegen müssen wir, weil der Festspielbezirk ist mitten im Weltkulturerbe nach vorne haben wir die Hofstallgasse auf die Seiten haben wir Plätze den Toscaninihof, den Karajan Platz.

00:29:10: Nach oben geht nur sehr beschränkt, weil sonst zu Recht der Welterbeschutz sagt es geht nicht.

00:29:17: und deswegen müssen Und das ist jetzt das, was ab vierzehnten September startet.

00:29:23: Wir werden nämlich Platz hinter dem großen Festspielhaus schaffen indem wir vom Neutortunnel also im Tunnel einen der neuen Raum mehrere Kavernen reinfressen werden.

00:29:37: Also das Neutor ist eben gesperrt und bisher fanden zwölftausend Lkw-Pkws und Busse durch das Neu-Tor jeden Tag.

00:29:49: Das heißt, für diesen Abschnitt wird es sogar zu einer deutlichen Beruhigung führen während man normalerweise einen Baustellenverkehr zusätzlich zum Normalferkehren hat.

00:30:00: Genau ja.

00:30:00: Jetzt wird sich wieder ein bisschen verlagern in der Stadt und den ganzen Verkehr dann.

00:30:04: Aber da wird sich die Stadt sicher einiges einfallen lassen, dass das dann auch funktioniert?

00:30:09: Ja wir arbeiten... Da haben wir verkehrsplanarbeauftragt Die haben eineinhalb Jahre lang mit allen Behörden der Stadt Dutzenden Abstimmungsterminen, das er arbeitet und sie haben vor allem etwas gemacht.

00:30:23: Detailiert auf Simulationen in der Makrovebene und Dynamikrovebene über hundert Straßenkilometer in Salzburg simuliert und geschaut.

00:30:35: wie kann man Maßnahmen ergreifen?

00:30:36: Und welche Maßnahmen ergreibt man damit es möglichster Gleichverteilung des Ausweichverkehrs gibt?

00:30:42: Aber der Appell ist ganz klar möglichst wo's möglich ist öffentlich Fahrrad oder zu Fuß gehen.

00:30:50: Also es ist dann über den Winter, da ist dann wahrscheinlich vom Tourismus ja auch nicht so viel los.

00:30:55: was ist dann das nächste was kommt wenn das fertig ist?

00:30:59: Weil das wird gleichzeitig vieles

00:31:01: umgebaut.

00:31:01: Ja also gleichzeitig wird im Herbst dass die ersten vorgezogenen Maßnahmen im Haus für Mozart und in der Felsenreitschule gemacht, weil wir während das große Haus dann saniert wird ja weiterhin Felsensreitschuhe und Haus für Mozart bespielen.

00:31:18: Damit nicht der ganze Festspülbezirk keine Veranstaltungen hat also auch ganzjährig gespielt.

00:31:22: Und dafür braucht es ein paar Maßnahmen in der Haustechnik insbesondere, die diesen Bereich autark damit wir den autark betreiben können.

00:31:33: Das läuft dann auch September bis zum Mozartwoche und dann folgt nach den Festspielen, der Teilabbruch des Werkstättengebäudes.

00:31:44: Weil das Werkstättengebäude wird abgebrochen und es wird ein doppelt so großes an dieser Stelle errichtet.

00:31:51: Und ab Herbst, also nach dem Sommer, starte die Sanierung des großen Festspielhauses.

00:32:00: Zwei Saison, nämlich neunundzwanzig und dreißig wird es das große Festspielhaus nicht geben.

00:32:05: Das kann nicht bespielt werden.

00:32:07: Und im Sommer einunddreißig sind wir dann wieder in dem großen Festspielhaus.

00:32:12: Das Projekt geht aber noch bis dreiunddreißig weiter, weil er hinter, nämlich im Hintergrund die Errichtung des Hauses im Berg- und des Werkstättengebäudes läuft.

00:32:21: Wo weiß man schon wo die Spielstätte sein wird?

00:32:24: Dann achtund... also achtund zwanzig oder neunzwanzig, dreißzig.

00:32:28: Also, wir sind dabei verschiedene Optionen gerade noch sehr intensiv

00:32:34: zu prüfen.

00:32:35: Das ist nur nicht fixiert sozusagen?

00:32:35: Noch nicht fixierend und das ist auch ein bisschen – ich nenne es gern – Foxtrot tanzen zwei Schritte nach vor einer zurück, einer zur Seite dann geht's aber wieder zwei Schritten nach vor.

00:32:49: Es geht nämlich darum dass man natürlich ganz intensiv prüffen muss welche Grundbedingungen sind dort und im Endeffekt prüfen wir drei Standorte parallel.

00:33:00: Nämlich die Option eine neue Halle, das ist ein Stahlbau-Halle, die man danach modular wieder abbaut und weiter verwenden kann.

00:33:09: Es gibt derzeit sehr viele Baustellen auch in der Zukunft, in denen man genau so einen Raum braucht.

00:33:15: Der Ganzjährig für die Ersatzveranstaltungen des großen Festspielhauses verwendet werden kann, also eben auch für alle Mieter.

00:33:26: Es geht ja nicht nur um die Festspiele, es geht ja um die vielen anderen Veranstaltungen

00:33:30: auch, die

00:33:31: dann eigentlich nichts stattfinden könnten...

00:33:35: oder mit sehr reduzierten Besuchern.

00:33:39: und dafür sind wir mit Stiegel im Gespräch und prüfen auch noch Sankt Joseph.

00:33:44: und die dritte Variante wäre die bestehenden Hallen der Messe zu verwenden Und das geht halt nur im Sommer.

00:33:52: Genau,

00:33:53: da kann man nicht einfach sagen, wir überleben jetzt alles.

00:33:57: Genau!

00:33:57: Das geht dann nur im Summer weil im Sommer ist wiederum in der Messe natürlich keine Haussaison.

00:34:05: Aber hat muss ich ganz klar sagen alle Optionen und es ist bei jeder Option.

00:34:12: Jeder, wenn er sich in der Wirtschaftsworte analysiert also Alle Optionen haben Vorteile, Nachteile, Risiken und Chancen, die damit verbunden sind.

00:34:25: Und die werden wir ganz exakt ausarbeiten und dann die richtige Entscheidung treffen.

00:34:31: Da bin ich überzeugt, dass gerade du mit deinem Schafsinn, weil du längst ja eigentlich diese ganze Geschichte sozusagen, also die oberentscheidung glaube ich, triffst du gemeinsam mit deinim Team?

00:34:45: Wird's das richtig?

00:34:46: Aber für solche Entscheidungen haben wir ein Kuratorium.

00:34:50: Wir bereiten die vor, wir empfehlen.

00:34:53: aber das Kuratorium ist so wie der Aufsichtsrat unserer Organisation wo die Landeshauptfrau Amthia entsprechend im Kuratorium is der Bürgermeister und zwei Vertreter des Bundesministeriums und einen Vertretern des Fremdenverkehrs, also des Tourismusförderungsfonds.

00:35:20: Was mich jetzt noch sehr interessiert ist der Mensch Lukas Greppatz du bist ja eigentlich mit Kultur und Kunst groß geworden.

00:35:30: deine Eltern haben in Halle in Tirol schon sehr viel für die Kunst gemacht waren eigentlich so Bodenbereiter.

00:35:38: wie war das für dich als Kind?

00:35:41: Ja für uns war es natürlich auf einerseits aufregend weil bei uns Die haben eine typische Gründergeneration.

00:35:49: Wir haben ein Küchentisch... haben die gearbeitet, haben natürlich im Büro auch.

00:35:55: Aber es war immer präsent der Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern, die zu Besuch kamen, mit denen wir darüber gesprochen haben.

00:36:03: Sie waren befreundet mit George Legity einem der größten Komponisten, den österreichischen Komponisten des zwanzigsten Jahrhunderts.

00:36:10: Mit alter Musik.

00:36:12: Jody Savall war befreündet und ist befreunet mit der Familie Und das war schon extrem inspirierend.

00:36:22: Gleichzeitig gibt es natürlich Phasen, wir sind überall mitgenommen worden und man als Teenager dann eher sich denkt, ja okay... Ist er

00:36:31: mal ein bisschen

00:36:32: langweilig oder so?

00:36:35: Ich bin aber im Nachhinein extrem dankbar meinen Eltern dass sie uns so viel mitgegeben haben für das ganze Leben!

00:36:44: Wir sind vier Kinder und drei davon arbeiten weiter im Kulturbetrieb in verschiedenen Bereichen.

00:36:54: Du bist auch in einem Kulturbetrieb sozusagen,

00:36:57: hast

00:36:57: du selber eigentlich auch irgendetwas künstlerisches gemacht zu Schauspiel oder Singen?

00:37:03: Alles nur amateurmäßig.

00:37:04: aber tatsächlich haben wir in der Schule Schauspielen gespielt und ich habe Instrumente gelernt.

00:37:10: Das ging nicht über das Amateurhafte hinaus, aber es hat mich extrem geprägt.

00:37:18: Sie haben uns so viel mitgegeben.

00:37:21: Wir Kinder haben eigentlich immer mitgearbeitet auch in einem Betrieb.

00:37:23: Es ist ein typisches Familienunternehmen wo alle einfach mithelfen.

00:37:28: Da wird nicht gefragt ob da jetzt irgendwas... Man wartet nicht darauf gefragt zu werden sondern es ist völlig klar man sieht was.

00:37:37: also greift man zu und hilft mit.

00:37:40: Und das ist etwas, was mir auch wichtig ist.

00:37:43: Also ich... Das gehört zu meiner DNA.

00:37:48: Wenn ich wo sehe dass da was zu tun ist dann tut man es.

00:37:53: Ich glaube das ist auch wichtig und richtig.

00:37:56: Wie hast du denn eigentlich deine Liebe zu zahlen oder zu finanzen entdeckt?

00:38:02: Ja ich war schon immer sehr analytischer Mensch Aber ich habe damit gearbeitet.

00:38:06: in der Organisation hab mir dann gedacht, das ist ja meistens so ein Generationenwechsel.

00:38:14: Wo sind denn Punkte wo wir noch diese Organisation weiterentwickeln können?

00:38:19: In welchen Bereichen braucht man vielleicht noch mehr Expertise?

00:38:23: kann man das nochmal anders aufsetzen?

00:38:25: und deswegen habe ich mich entschieden dann Wirtschaft zu studieren.

00:38:29: Ich habe internationale Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck und im Barcelona dann studiert Alle diese Tools, Werkzeuge, das Denken die Methoden gelernt.

00:38:44: Die ich immer schon, weil ich nebenher gearbeitet habe oder umgekehrt neben dem Arbeiten studiert hab, die immer auf die Anwendbarkeit im Kulturbetrieb in einer Kulturunternehmen entzündet.

00:38:58: Dem

00:38:58: bist du eigentlich immer treu geblieben?

00:38:59: Weil du warst ja dann jahrelang in Ruhr.

00:39:01: Genau.

00:39:02: Du hast dort

00:39:03: auch sehr viel gemacht.

00:39:05: War es genau?

00:39:06: Ja Unmittelbar nach dem Studium, das war eigentlich mein dameliger Professor der meine Diplomarbeit betreut hat.

00:39:13: Er hat zu mir gesagt ob ich eigentlich weiß dass Essen und das Rohgebiet Kulturhauptstadt Europas wird und ob das nicht was für mich wäre.

00:39:24: weil natürlich fällt man auf.

00:39:27: Du warst

00:39:28: ja schon sehr jung.

00:39:30: damals habe ich so den kaufmännischen Bereich mit aufgebaut für die Kulturhauptstadt.

00:39:35: Man kann sich's vorstellen, das ist eigentlich wie olympische Spiele in der Kultur und es kommen lauter junge Leute zusammen aus ganz Deutschland und im Österreich aus verschiedenen Ländern, die alle nur einen Ziel haben diese Kulturhauptstatt zu ermöglichen.

00:39:52: da ist eine extrem starke Dynamik entsteht da und danach war ich schon wieder am Absprung, das war bis als ich den Anruf erhalten habe, ob ich mich nicht bewerben möchte für die Rohrtrinale.

00:40:07: Das ist das größte Festival in Deutschland für Performing-Arts – in diesen ehemaligen Industriehallen.

00:40:14: Fantastisches Festival!

00:40:16: Und ich hab mich beworben bei immer natürlich der Außenseiter.

00:40:18: Ich war neunundzwanzig Jahre alt und...

00:40:22: Was für eine Chance für so einen jungen Menschen?

00:40:25: Riesenschance.

00:40:26: aber die hätte ich nicht haben können wenn ich diese Riesenerfahrung der Kulturhauptstadt davor gehabt hat mit der Komplexität von einer ganzen Jahrprogramm, mit hunderten Veranstaltungen und hunderten Projekten.

00:40:44: Wo man natürlich Überblick, Projektmanagement die Strukturen und vor allem auch natürlich die Finanzen gut im Blick haben und zusammenhalten muss.

00:40:54: Ich kann mich noch erinnern weil ich wurde damals in Hearing gefragt ja so jung Ja, wie soll denn das gehen?

00:41:02: Neunundzwanzig Jahre.

00:41:04: Und dann habe ich gesagt, wissen Sie, sie suchen ja die ganze Zeit Talente im künstlerischen Bereich.

00:41:16: Warum glauben Sie, dass es nicht im kaufmännischen Bereich auch gibt?

00:41:20: Das hast du mit neunundzwanzig Jahren beim Hearing gesagt.

00:41:23: Ich war ein bisschen frech.

00:41:24: Unglaublich!

00:41:25: Dann haben's dich genommen, weil sie gedacht haben der Junge hat recht.

00:41:30: Aber man muss dazusagen dass ich schon mein Lehrgeld gezahlt habe.

00:41:35: Also wenn ich zurückschaue, dann war das eine Riesenschance und es war auch ganz toll.

00:41:40: aber selbstverständlich hab' ich aufgrund der fehlenden Erfahrung auch Fehler gemacht die ich in Salzburg nicht mehr gemacht habe aus denen ich auch gelernt hab.

00:41:49: Das

00:41:50: wurde eigentlich deine Lehrzeit?

00:41:51: Ja auch!

00:41:52: In den ersten Jahren sind so typische Fragen wie man in einer Organisation reingeht.

00:41:58: Die Rotrenale wechselt alle drei Jahre.

00:42:00: Gibt es da irgendein so ein Erlebnis, das du mit uns teilen könntest?

00:42:03: Wo du gesagt hast, da habe ich wirklich...

00:42:07: Ja eigentlich ist jetzt der klassische Fehler.

00:42:10: Der passiert relativ häufig in Organisationen.

00:42:14: Es ist die mangelnde Wertschätzung der Arbeit derer, die schon lange in den Unternehmen drinnen sind und das war bei der Rotrenalle immer etwas stärker noch weil alle drei jahre dort die künstlerische Leitung wechselt und damit große Teile des Teams.

00:42:30: Und es ist eigentlich eine gewisse Arroganz in einer Organisation reinzugehen, natürlich hat man jeder hat der Neu wo reingeht und von außen drauf schaut auch Ervorstellungen wie man was anders machen kann, wo mal etwas verbessern kann.

00:42:45: aber Man braucht eigentlich die richtige.

00:42:49: Die richtige Haltung ist rein zu gehen Anzuhören und ins Gespräch zu gehen um zu erfahren von den Menschen schon lange arbeiten, weil die wissen nämlich am besten wo was sehr gut funktioniert.

00:43:04: Wo was nicht gut funktioniert und wo es Verbesserungsbedarf gibt.

00:43:09: Und deswegen ist das meine absolute Überzeugung nach dem.

00:43:13: ich war ja dort sechs Jahre.

00:43:15: Das heißt ich habe nämlich nachdem ich zuerst selber reingegangen bin neu hab ich auf einmal den Spiegel vorgehalten bekommen nach drei Jahren.

00:43:23: Was das heißt wenn wieder ein neues Team reinkommt und genau dasselbe macht.

00:43:28: Und da gibt es Mitarbeiter, die den Zyklus schon sechsmal hinter sich haben... Sie vorstellen alle drei Jahre kommt ein anderes Team und sagt na das machen wir alles viel besser.

00:43:39: Was das mit einer Organisation macht?

00:43:41: Frustrierend

00:43:41: eigentlich weil man arbeitet ja nach bestem Gewissen und Wissen.

00:43:47: Und natürlich will man auch was beitragen zu einer guten Veränderung.

00:43:52: also das ist mein größtes Learning.

00:43:57: Nämlich offen reinzugehen, zuzuhören und zu verstehen warum wird manches so gemacht?

00:44:06: Und woran können wir gemeinsam arbeiten?

00:44:09: dass man es in einer anderen Richtung... Also

00:44:11: so ein Team geist auch fördern und entwickeln und dann gemeinsam das große Ganze umsetzen.

00:44:17: Genau

00:44:18: Wie bist du denn nach Salzburg gekommen?

00:44:21: Ja also Ich war eigentlich da voll im Vertrag noch.

00:44:25: Und mich hat dann der Headhunter angerufen und gesagt, ja Salzburg würde mich das interessieren.

00:44:35: Ich kannte Markus Hinterhäuser schon und ich gehe mal davon aus dass er den Headhunder darauf aufmerksam gemacht hat.

00:44:44: Hab dann mehrere Hearings gehabt Warst du da auch

00:44:51: so frech wie damals?

00:44:54: Frech, ich war klar.

00:44:57: Ich glaube schon selbstbewusst aber es kommt einfach darauf an authentisch zu sein Sachen auch anzusprechen die man glaubt in einer Bewerbungssituation ist es ja so und man schaut sich etwas von außen an.

00:45:17: Das heißt, man kann nur sagen ich glaube und ich beobachte das.

00:45:20: Und aus meiner Sicht gibt es da und da Punkte an denen man arbeiten kann.

00:45:26: Und offensichtlich hat das dann überzeugt.

00:45:30: Du hast ja zwei Kinder und Frau und Kinder sozusagen?

00:45:35: Wie haben die das aufgenommen, dass ihr noch Salzburg zieht?

00:45:38: Naja... ist auch eine Anekdote!

00:45:42: Es war eigentlich so, ich habe meine Frau neun Jahre in Essen, in einer Fernbeziehung gelebt.

00:45:50: Also sie war ein Innsbruck als Ärztin am Uniklinikum und ich war in Essen und wir sind da sehr viel geblendet.

00:45:59: Und an dem Tag, an dem sie Hochschwanger mit unserem Ältesten nach Essen gekommen ist und eigentlich hierher gezogen, nach Essen gezogen wäre kam der Anruf dass ich als kaufmännischer Direktor zum kaufmännischen Direktor bestellt wurde.

00:46:19: Und deswegen war das für sie natürlich schon zuerst einmal so ein Schock, nachdem er gerade dorthin kommt, aber es hat sich dann sehr gefreut.

00:46:27: Das heißt, für die Kinder war es keine Umstellung weil... Die sind wir schon?

00:46:30: Genau!

00:46:31: ...dann mit wenigen Monaten, sieben Monaten nach Salzburg gekommen.

00:46:39: Und du bleibst jetzt einfach hier, solange wie es dich freut.

00:46:45: Das hängt nicht von mir ab, sondern wir haben alle immer fünf Jahresverträge.

00:46:51: Mein zweiter fünf- jahres Vertrag geht noch bis Ende März und ich

00:47:00: gehe jetzt da vorne aussetzen

00:47:01: werden.

00:47:01: Den Festbezirk Umbau auch federführend umsetzt wird sich der Wohl verlängern

00:47:10: wenn das Korridorium zufrieden ist mit meiner Arbeit und wenn entsprechend auch das neue Team, also wird ja in Kürze entschieden werden wer Intendant, Intendante oder Präsidentin wird.

00:47:28: Wenn ich meinen Beitrag leisten kann dann werde ich ihn gerne leisten.

00:47:33: Lieber Lukas, das waren jetzt sehr spannende Einblicke in unsere Kultur hier in Salzburg und ich danke dir sehr herzlich für deine Ausführungen auch für das ehrliche hineinschauen lassen und ich bin schon neugierig, was die nächsten Jahre bringen.

00:47:51: Vielen Dank dass du hier bei mir warst und so offen mit mir gesprochen

00:47:54: hast.

00:47:55: Danke für dieses Gespräch hat mich sehr gefreut.

00:48:00: Gerade die Salzburger Festbille zeigen wie eng Kultur- und Unternehmertum miteinander verbunden sind Und wie wichtig es ist beides in Einklang zu bringen.

00:48:09: und genau solche Perspektiven wollen wir beim RTS Unternehmer Talk sichtbar machen.

00:48:14: danke fürs Zuhören.

00:48:15: Und bis zum nächsten Mal beim RTS Unternehmertalk.

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