RTS Unternehmertalk
Shownotes
Carmen Aichinger spricht mit Thomas Scharmer, Geschäftsführer der Lohn & HR GmbH.
Lohn & HR entwickelt Softwarelösungen für Personalverrechnung, Zeiterfassung, Reisekostenabrechnung und weitere HR-Prozesse. Im Gespräch erklärt Thomas, wie Digitalisierung und Automatisierung die Personalabteilungen österreichischer Unternehmen verändern und welche Rolle Künstliche Intelligenz künftig dabei spielen könnte.
Außerdem erzählt Thomas von seinem persönlichen Weg: von der HTL über seine frühe Selbstständigkeit und ein Online-Buchungssystem für den Tourismus bis hin zum Geschäftsführer von Lohn & HR.
Weitere Themen dieser Folge:
• Wie komplex Personalverrechnung in Österreich tatsächlich ist • Warum über 800 Kollektivverträge eine Herausforderung für Software und Personalverrechnung sind • Wie KI den Beruf des Personalverrechners verändern wird • Thomas Scharmers Weg vom Techniker zum Unternehmer und Geschäftsführer • Frühe Online-Hotelbuchung und die Zusammenarbeit mit feratel • Warum Fehler für Thomas zur Führung dazugehören • Weshalb Mitarbeiter Verantwortung übernehmen sollen • Weiterbildung und berufsbegleitendes Studium • Warum Thomas sich selbst als „Dienstleister für seine Mitarbeiter“ versteht • Welche gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen ihn beschäftigen
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00:00:11: schauen, denn Unternehmen werden von Menschen geprägt, von ihren Ideen, von ihren Entscheidungen,
00:00:17: aber auch von den Herausforderungen, die sie auf ihrem Weg bewältigen müssen. Und genau diese
00:00:21: Geschichten interessieren uns. Woher kommt der Antrieb? Was braucht es, um Verantwortung zu
00:00:26: übernehmen? Und welche Erfahrungen prägen einen Menschen auf seinem beruflichen und persönlichen
00:00:31: Weg? Darüber möchte ich heute mit meinem Gast sprechen. Lieber Thomas Scharmer, schön, dass du
00:00:38: heute bei mir bist. Danke für die Einladung. Du bist Geschäftsführer von Lohn & HR GmbH oder kurz
00:00:45: LHR genannt. Was macht ihr genau? Die Lohn&HR stellt Software im Personalwesen her, also das
00:00:54: sind typische administrative Themen wie Personalverrechnung, Zeiterfassung, Reisekostenabrechnung
00:01:01: und alles, was da dazugehört, wie digitaler Personalakt, Organisationsmanagement. In diesem
00:01:06: Bereich machen wir Software. Wer sind eure Kunden? Unsere Kunden sind österreichische Unternehmen,
00:01:15: durchaus namhafte Unternehmungen, wie zum Beispiel der ÖAMTC mit fast 5.000 Dienstnehmern. Das ist
00:01:23: österreichischer Gewerkschaftsbund oder ganz frisch Magistrat Salzburg, wo wir gerade im Projekt
00:01:31: sind und dort die Softwareumstellung machen. Und wir sind generell im kommunalen Bereich sehr stark.
00:01:40: Wir haben da große Rechenzentren, die wir mit Kunden betreiben, wo ungefähr 96 Prozent der
00:01:48: österreichischen Gemeindebediensteten mit unserer Software abgerechnet werden. Das heißt, ihr habt da
00:01:55: Kunden, die bei euch die Software zukaufen? Genau, also man kann entweder die Software kaufen oder
00:02:01: nützen. Das ist ein ganz klassisches Hosting-Modell, die die Software dort betreiben und wir sie
00:02:11: unterstützen bei der Einführung der Software. Und was macht die Software genau? Drückt die am Ende des
00:02:16: Monats meinen Lohnzettel aus? Das hoffentlich nicht mehr. Ich hoffe, dass das digital passiert und ich das in einer App
00:02:23: drinnen habe. Wir machen an und für sich die Berechnungen, die da dahinter stehen, dass da ein richtiges Gehalt
00:02:30: rauskommt. Diese Abrechnungsvorgänge, die macht unsere Software großteils automatisiert. Das ist das, was
00:02:42: unsere Software macht. Und da gibt es auch Apps, die die Dienstnehmer da sozusagen verwenden können?
00:02:49: Genau, es gibt das sogenannte Self-Service, so nennen wir das, wo der Mitarbeiter einsteigen kann und sich
00:02:54: gewisse Daten anschauen kann, wie zum Beispiel, wann hat er gearbeitet, wie viel hat er gearbeitet,
00:03:01: wie viel Urlaub habe ich noch. Und darunter auch, wie schauen meine Gehaltsinformationen aus, sprich den
00:03:08: Gehaltszettel. Am Monatsende habe ich dann auch in diesem Self-Service. Das ist eigentlich eine Vereinfachung für den
00:03:15: ganzen Büroaufwand, den man sonst so braucht? Das sollte es sein. Wir sollten die Personalverrechnungsabteilungen unterstützen,
00:03:24: dass sie einen sehr hohen Automatisierungsgrad haben und dadurch diese administrativen Tätigkeiten
00:03:33: einfacher und schneller bewerkstelligen können. Und auch wahrscheinlich für die Mitarbeitenden überschaubarer,
00:03:39: oder? Dass man schnell zugreifen kann? Ja, zumindest übersichtlich. Also, dass ich zumindest nicht nur
00:03:45: meine Gehaltszettel am Monatsende ausgesendet bekomme, sondern dass ich auch Informationen,
00:03:50: so wie ich es schon gesagt habe, Zeitinformationen, Urlaubsinformationen, Prämien vielleicht und so
00:03:56: weiter, was ich bekommen habe, dass ich das schneller zugänglich habe. Und wie kommen die Kunden zu euch?
00:04:05: Also bei großen Unternehmungen, vor allem im öffentlichen Bereich, wie zum Beispiel
00:04:10: wir haben die Bundestheaterholding mit Staatsoper, Volksoper, Burgtheater, das ist in erster Linie
00:04:17: über Ausschreibungen. Also im öffentlichen Bereich wird sehr viel ausgeschrieben, wo man
00:04:23: sich dann Angebot abgeben muss und in mehreren Runden sich dann beweisen muss, dass die Software
00:04:31: gut passt zu den Kunden. Im Bereich von wirtschaftlichen Unternehmen ist es eigentlich so,
00:04:39: dass die Unternehmen ein Auswahlverfahren machen und dann schauen, welche Software passt in diesem
00:04:46: Bereich am besten zu ihnen. Gibt es da standardisierte Software, die da in Gebrauch ist, oder wie können
00:04:52: wir das vorstellen? Es gibt in Österreich mehrere Anbieter, die ihre Produkte auf dem Markt anbieten.
00:05:00: Wir haben ein Standardprodukt, also wir machen keine individuellen Lösungen für unseren Kunden,
00:05:06: aber dieses Standardprodukt ist so konzipiert, dass es sowohl für Klein- und Kleinstunternehmen passt,
00:05:14: wie auch für große Unternehmungen mit mehreren tausend Dienstnehmern, die wir abrechnen, dass
00:05:21: die Software auch dafür benutzt werden kann. Wie viele Mitarbeiter macht es dann Sinn, dass ich auf so ein Produkt zurückgreife?
00:05:28: Also in der Regel sind Unternehmungen ab 250 Mitarbeitende bei uns Kunden, bis hin, unser
00:05:37: größter Kunde hat mehr als 5.000 Mitarbeiter in diesem Bereich. Seid ihr nur in Österreich tätig
00:05:44: oder auch im Ausland? Wir sind nur in Österreich tätig, weil wir uns auf die Fahnen geschrieben haben,
00:05:50: wir wollen das österreichische Gesetz sehr gut abbilden. In der Lohnverrechnung geht ja sehr viel
00:05:57: auf gesetzliche Themen, auf Kollektivvertragsthemen und diese Bereiche, die wollen wir sehr gut und
00:06:04: sehr rasch abdecken, daher haben wir uns nur für den österreichischen Markt spezialisiert. Du hast mir
00:06:08: schon mal eine Zahl genannt, wie viele Kollektivverträge wir in Österreich haben, gell? Ja, wir haben über 800, ich glaube 830 Kollektivverträge.
00:06:16: Da muss man ja echt viele Profis am Werk haben, wie checkt ihr das alles ab? Ja, bei uns ist der Software ein Bereich,
00:06:24: ein ganz wesentlicher Bereich ist auch die Beratung, die wir unseren Kunden anbieten, weil jeder, der was
00:06:30: mit Personalverrechnung zu tun hat, der weiß, wie komplex dieses Thema sein kann und daher ist auch
00:06:35: die Beratung für uns ganz wichtig, dass wir den Kunden beraten, wie er die Software optimal
00:06:42: einsetzen kann, nutzen kann, dass er vor allem einen hohen Automatisierungsgrad erreichen kann,
00:06:49: dass so regelmäßige Abläufe automatisiert passieren und dass diese Experten, die wir
00:06:59: da im Unternehmen haben, genau diese Themen, wie gesetzliche Themen, Kollektivvertragsthemen,
00:07:04: aber auch Themen, die die Unternehmen für sich selber schaffen, Betriebsvereinbarungen,
00:07:09: Einzelvereinbarungen gut in der Software abbilden können, sodass dieser administrative Prozess sehr
00:07:14: gut funktioniert und da haben wir die Experten bei uns im Haus. Das klingt sehr komplex. Ist es auch. Du hast mir erzählt, dass der Beruf des
00:07:26: Personalverrechners sich irgendwie auch sehr verändert, weil früher ist man ja wirklich mit Zetteln
00:07:31: gesessen und hat da die Zeiten eingeschrieben und was weiß ich, und heute ist das ja schon ganz anders, was
00:07:37: macht dann irgendwann oder jetzt schon der Personalverrechner anders? Also der Personalverrechner schaut, dass er diese
00:07:47: regelmäßigen Arbeiten, die immer wieder kommen, weil es ist ja jedes Monat Abrechnung, dass er da so gut wie
00:07:54: möglich das automatisieren kann, dass er wenig außerhalb der Software machen muss, jetzt Excel
00:08:03: aufbereiten und da irgendwas berechnen muss, sondern dass er alles in der Lösung abdecken kann.
00:08:11: Und der nächste Schritt ist eigentlich jetzt, wenn wir über KI nachdenken, wird sich der Beruf des
00:08:17: Personalverrechners noch einmal viel mehr ändern. Er wird viel mehr zu beratender Tätigkeit übergehen als
00:08:24: wie zur Dateneingabe. Momentan ist Personalverrechnung schon auch sehr viel Dateneingabe und auch sehr viel
00:08:31: Wissen über Kollektivverträge, über gesetzliche Themen und ich glaube, da wird uns die KI in Zukunft sehr viel
00:08:38: abnehmen, aber es wird nicht den Menschen ersetzen in der Personalverrechnung. Ich glaube, er wird viel
00:08:43: mehr in der beratenden Funktion tätig sein. Was brauche ich für Voraussetzungen, dass ich sage, ich werde
00:08:53: Personalverrechner? Einmal eine Leidenschaft zu Zahlen, das ist einmal ganz wichtig, weil es sehr viel Rechnen ist,
00:08:58: sehr viel Mathematik ist, aber auch eine sehr große Leidenschaft zu den Themen Arbeitsgesetz, Kollektivverträge,
00:09:09: generell das ganze Thema rund ums Personalwesen, mit dem muss ich mich einfach auseinandersetzen.
00:09:15: Es ist ein sehr, sehr vielfältiges Thema und bietet auch viele Möglichkeiten dem Unternehmer, wie da gewisse
00:09:23: Mitarbeiter auch zu ihren Bonuszahlungen kommen, wie wird gewisse Themen berechnet und so weiter.
00:09:30: Da ist schon ein gewisser Spielraum da und da ist eben wichtig, dass man da Affinität hat zu diesen Themen,
00:09:38: dass man das gerne und mit Leidenschaft macht. Ich glaube, das war für mich nichts. Für mich auch nicht immer.
00:09:44: Ich denke mir das auch sehr oft, also mit wie viel Herzblut da in Unternehmungen Personalverrechnerinnen,
00:09:50: es ist ein sehr weiblicher Beruf, das muss man ganz ehrlich sagen, mit wie viel Leidenschaft die da drinnen
00:09:57: und mit wie viel Wissen die Damen da arbeiten, das ist oft faszinierend.
00:10:01: Das glaube ich. Also ich bewundere da jeder, ich kenne einige, die denken, nein, ich merke mir das nicht, bin ich überhaupt nicht.
00:10:09: Die Firma Lohn & HR sind in St. Johann im Pongau beheimatet, ihr seid unter dem Dach von Kapacher Eurofunk,
00:10:18: wie schaut da die Firmenstruktur genau aus?
00:10:22: Also bis ins Jahr 2008 war die Lohn & HR eine Abteilung der Eurofunk, aus der Geschichte heraus gewachsen.
00:10:32: Man hat dann nebenbei die Salzburger Personalverrechnung als Unternehmen gehabt,
00:10:37: wo man klassischer Abrechnerdienstleister war für Klein- und Mittelbetriebe und die Familie
00:10:43: Kapacher hat sich dann, glaube ich, sehr zukunftsweisend dazu entschieden, das herauszunehmen und ein eigenes Unternehmen zu entwickeln
00:10:52: und hat dann eben die Lohn & HR gegründet.
00:10:56: Wir sind, zu 100 Prozent ist die Familie Kapacher Eigentümer bei uns und ja, war ein sehr guter Schritt,
00:11:05: weil wir sind von diesem Zeitpunkt her eigentlich sehr gesund und sehr nachhaltig gewachsen.
00:11:10: Ich glaube, wir waren damals zwölf oder vierzehn Mitarbeiter, mittlerweile haben wir so rund 45 Mitarbeiter
00:11:16: und dementsprechend sind auch die Kunden und die Erlöse gewachsen.
00:11:21: Seit wann bist du im Unternehmen?
00:11:23: Ich bin seit 2008, also ich bin dann gleich nachdem die Lohn & HR gegründet war ins Unternehmen gekommen.
00:11:29: Wie war das, wie du da hingekommen bist? Da ist ja gerade die Finanzgeschichte gewesen.
00:11:36: Genau, es war eine Finanzkrise, es war zwar jetzt bei uns regional nicht so spürbar, aber man hat doch gemerkt,
00:11:45: dass die Unternehmen bei Investitionen sehr vorsichtig sind.
00:11:49: Das merkt man generell in den Bereichen, auch jetzt, was Corona betroffen hat oder die Energiekrise mit dem Ukraine-Krieg,
00:11:57: dass Unternehmen gerade in diesen Bereichen Personal, Software, HR-Software eher vorsichtig und defensiv in der Investition sind.
00:12:09: Das war damals auch 2008, aber wir haben das glaube ich mit einem guten Team und einer guten Software eigentlich sehr schnell auffangen können.
00:12:17: Das ist eigentlich für einen Start von was Neuem ganz schön herausfordernd, oder?
00:12:24: War es damals, aber es war uns gar nicht so bewusst. Wir waren in so einer Euphorie und wir haben uns so auf das Neue gefreut,
00:12:31: dass wir jetzt ein eigenes Unternehmen sind und wir waren damals schon so eine gute junge Truppe,
00:12:37: dass wir uns gesagt haben, das haben wir gar nicht so an uns herankommen lassen.
00:12:42: Das war uns vielleicht damals gar nicht so bewusst.
00:12:44: Hat es da im Umfeld so Menschen gegeben, die gesagt haben, waren sie nicht zu der Zeit so, oder war das auch gar nicht so der Fall?
00:12:51: Das ist mir eigentlich viel später erst dann bewusst geworden, was das heißt zu dieser Zeit zu starten mit einem Unternehmen.
00:12:58: Wir haben natürlich auch einen gewissen Vorsprung gehabt, weil das Produkt war eigentlich vorhanden.
00:13:04: Es waren die Mitarbeiter vorhanden. Aus einer Abteilung ist eine Firma geworden, kann man so sagen.
00:13:10: Aber du warst da von Anfang an schon der Geschäftsführer?
00:13:13: Nein, ich bin nicht von Anfang an Geschäftsführer gewesen. Ich bin erst dann später, ich bin 2018 dann Geschäftsführer geworden.
00:13:19: Aber die Familie Kappacher hat uns eigentlich immer schon sehr viel Eigeninitiative überlassen.
00:13:27: Wir waren da eigentlich sehr selbstbestimmt und haben eigentlich sehr viel selber machen können.
00:13:34: Natürlich hat man drauf geschaut, wie entwickelt sich das Unternehmen.
00:13:37: Und jeder, der einen Kappacher kennt, weiß, dass er da genau ein Auge drauf hat, wie sie seine Unternehmungen entwickeln.
00:13:43: Und trotzdem hat man uns aber den Spielraum gegeben, das Unternehmen weiterzuentwickeln.
00:13:50: Du bist ja eigentlich ein Pinzgauer. Aus Bruck bist du in die Schule gegangen, Volksschule und damals in der Hauptschule.
00:13:57: Und dann bist du nach Wien gewechselt in die HTL in Mödling, glaube ich.
00:14:02: Ja, genau.
00:14:03: Wie war das als Pinzgauer Bub? Wahrscheinlich hat dich kein Mensch verstanden in Wien.
00:14:11: Ja, war schon herausfordernd. Erstens einmal die Riesenschule.
00:14:15: Es ist die größte bildende Schule Mitteleuropas mit über dreieinhalb Tausend Schülern.
00:14:20: Das ist natürlich von der Hauptschule Bruck nach Mödling schon ein sehr starker Kontrast.
00:14:26: Dann auch das Schülerheim mit über 700 Heimschülern aus ganz Österreich.
00:14:33: Und dann die große Stadt dazu und das Unbekannte und so weiter.
00:14:37: Wir haben auch Samstag noch Schule gehabt.
00:14:40: Das heißt, du bist das erste Mal, so wenn es glücklich gegangen ist,
00:14:45: im November, also allerheiligen Nationalfeiertag das erste Mal heimgekommen.
00:14:50: Das war schon herausfordernd.
00:14:52: Aber hat mich, glaube ich, sehr geprägt.
00:14:54: Und im Nachhinein sage ich, das war schon für meinen Werdegang eine wichtige Zeit.
00:14:59: Was hast du da für einen Zweig gemacht?
00:15:01: Ich habe damals gemacht, das hat geheißen, Nachrichtentechnik Elektronik
00:15:06: mit Ausbildungsschwerpunkt Computertechnik.
00:15:10: Und das hat es damals nur in Mödling gegeben.
00:15:12: Das war der Grund, warum ich nach Mödling gegangen bin.
00:15:14: Also war das schon als junger Mensch deine Leidenschaft?
00:15:18: Schon, war schon irgendwie immer IT.
00:15:22: Hat mich schon immer sehr interessiert.
00:15:24: Und natürlich in Pinzgau waren die Möglichkeiten damals Mitte der 80er Jahre nicht gegeben.
00:15:30: Es hat weder Systemhäusern noch sonst irgendwas gegeben.
00:15:33: Und Lehrberuf, glaube ich, noch gar nicht.
00:15:35: Also das war damals die einzige Möglichkeit, eine höhere Schule zu besuchen.
00:15:39: Ich glaube, in der HTL in Saalfelden hat es die Elektrotechnik gegeben.
00:15:42: Genau, das hat mich gar nicht interessiert eigentlich.
00:15:44: Das war einmal kurz zur Diskussion.
00:15:47: Ich habe den Vorteil gehabt, dass mein Vater schon 25 Jahre vorher in der HTL war.
00:15:53: Der hat Möbel- und Innenausbau gemacht.
00:15:55: Und der hat mir das dann vorgelegt und gesagt, schau dir das einmal an.
00:15:57: Man hat damals eine Aufnahmeprüfung machen müssen und ich bin damals runtergefahren.
00:16:02: Und die Schule hat mich eigentlich von Anfang an fasziniert und gesagt, ich möchte das gerne machen.
00:16:07: Und hast du mit Heimweh zu kämpfen gehabt oder mit so Sachen?
00:16:11: Also Heimweh habe ich jetzt nicht so in Erinnerung.
00:16:13: Natürlich vermisst man die Freunde, das ist ganz klar.
00:16:18: Auch das ganze Umfeld und so weiter.
00:16:20: Aber mit Heimweh jetzt direkt habe ich keine Berührungen gehabt.
00:16:25: Und du bist dann nach dieser Schule, nach der Matura, zum Bundesheer gegangen
00:16:29: und dann wieder zurück in den Pinzgau.
00:16:32: Genau, ich bin dann in den Pinzgau zurück.
00:16:35: Ich habe mir eigentlich nicht geglaubt, dass ich im Pinzgau bleibe,
00:16:37: weil dort IT-mäßig jetzt auch nicht sehr viel möglich ist.
00:16:41: Aber es hat damals die Data Consult gegeben in Brugg mit dem Tuschkan Paul,
00:16:48: mit dem ER Reinhardt, die eigentlich damals schon Pioniere waren in dem Bereich.
00:16:52: Und der Tuschkan Paul hat doch gesagt, ich soll doch bei ihm anfangen zum Arbeiten
00:16:55: als Hardware-Techniker und so weiter.
00:16:58: Und das war auch damals eine spannende Zeit.
00:17:00: Es ist gerade Microsoft auf den Markt gekommen mit Windows.
00:17:04: Ich habe das erste Mal eine grafische Oberfläche gesehen mit einer Maus.
00:17:08: Das war damals ganz neu.
00:17:10: Man hat mehrere Software auf einmal starten können und so.
00:17:14: Und das hat mich dann schon fasziniert.
00:17:16: Und so bin ich eigentlich dann in Pinzgau geblieben.
00:17:18: Und du hast dich dann mit einem Geschäftspartner selbstständig gemacht.
00:17:22: Genau.
00:17:23: Und da habt ihr auch einiges erlebt.
00:17:25: Ja, stimmt.
00:17:26: Mit 97 habe ich dann diesen Michael Heinze kennengelernt.
00:17:32: Mit dem habe ich dann ein Unternehmen gegründet,
00:17:35: wo wir auch klassisch IT-Infrastruktur geliefert haben.
00:17:40: Wir haben dann auch schon angefangen Webseiten zu bauen.
00:17:44: Das war ja damals ganz frisch, Mitte der 90er Jahre.
00:17:47: Da hat man noch Experte sein müssen, wo man eine Webseite gebaut hat.
00:17:52: Und jedes touristische Unternehmen hat eine Webseite gebraucht.
00:17:56: Also das war damals für uns ein gutes Geschäftsmodell.
00:18:00: Und nebenbei haben wir aber auch angefangen,
00:18:05: Reservierungssysteme zu konzipieren und zu bauen.
00:18:07: Mein Kollege, der Michael Heinze, war da irrsinnig findig.
00:18:11: Der hat gesagt, warum muss man Reservierungen per Telefon an den Tourismusverband melden?
00:18:17: Da gibt es dann so Tafeln mit Rot und Grün, hat das Zimmer frei.
00:18:21: Wer kann sich noch erinnern an diese Tafeln, die es damals gab?
00:18:25: Und er hat gesagt, warum gehen wir das nicht ins Internet?
00:18:28: Er war da irrsinnig erfinderisch und hat viele Ideen gehabt.
00:18:33: Und das haben wir dann auch gemacht und konzipiert.
00:18:37: Auch mit dem Tourismusverband Zell am See Kaprun zusammen.
00:18:43: Und in den ersten Jahren haben wir dann schon mehrere Tausende Buchungen übers Internet erzeugen können.
00:18:51: Und die Software ist immer mehr und mehr gewachsen.
00:18:54: Da hat es noch kein Booking.com gegeben oder noch kein HS.
00:18:57: Wie ist das eigentlich gegangen? Habe ich als Gast da buchen können?
00:19:02: Sowohl als auch. Es hat der Gast direkt buchen können.
00:19:06: Wenn er damals schon so findig und affin war,
00:19:10: dass er das gecheckt hat, wie das funktioniert.
00:19:14: Aber auch der Tourismusverband oder der Inkammer, wenn dort angerufen worden ist,
00:19:18: dann haben die in das System reinschauen können und haben direkt die Buchungen dort machen können.
00:19:24: Und ja, das ist gewachsen. Wir haben mehrere Tourismusverbände dazubekommen.
00:19:29: Auch große Inkammer sind dazugekommen.
00:19:33: Aber trotzdem haben wir gewusst, uns fehlt das Kapital, um den nächsten Schritt zu machen.
00:19:38: Um größer zu werden. Wir hätten Kapital gebraucht, um Marketing zu betreiben,
00:19:44: um den nächsten Technologieschritt zu machen.
00:19:47: Wir waren ein klassisches Startup-Unternehmen, obwohl es das damals noch nicht gegeben hat.
00:19:53: Und es hat auch noch keine Business Angels oder Investoren gegeben,
00:19:58: die gesagt haben, ich investiere Geld in das Unternehmen.
00:20:01: Und schon gar nicht im Pinzgau, oder?
00:20:02: Da schon gar nicht, genau.
00:20:05: Und es ist dann schon finanziell sehr knapp geworden, das haben wir schon gemerkt.
00:20:11: Und es ist dann der Herr Schröcksnadel Jr. mit feratel auf uns aufmerksam geworden.
00:20:17: Die haben damals gerade einen Börsengang hinter sich gehabt
00:20:20: und haben dann das Unternehmen gesichtet und uns glücklicherweise abgekauft.
00:20:27: Das hat dann den Effekt gehabt, dass wir unsere Schulden los waren und doch ein bisschen was verdient haben.
00:20:35: Heute sehe ich es ein bisschen anders.
00:20:36: Da wäre wahrscheinlich mehr drinnen gewesen und wir hätten mehr machen können draus.
00:20:39: Aber zu dem Zeitpunkt, wir waren beide sehr jung,
00:20:43: sind doch finanziell ein bisschen Schieflage gehabt und so weiter.
00:20:48: Da waren wir froh, dass das so ausgegangen ist.
00:20:51: Wie seid ihr da mit der Schieflage umgegangen bis zu dem Zeitpunkt,
00:20:54: wo es dann eh abgekackelt werden konnte?
00:20:57: Als junger Mensch, wenn man keine Verantwortung hat,
00:21:00: keine Familie, keine Kredite zurückzahlen, geht es ein bisschen leichter.
00:21:06: Ich würde sagen, mit Verdrängen.
00:21:08: Das hat man damals irgendwie weggeschoben.
00:21:11: Das war nicht so das Thema.
00:21:13: Aber die Banken haben natürlich nachgefragt, wollten Sicherheit haben und so weiter.
00:21:17: Und das ist immer enger geworden, das haben wir schon gemerkt.
00:21:20: Und es ist dann noch dazugekommen, dass im Jahr 2000 diese Dotcom-Blase geplatzt ist.
00:21:26: Es war eigentlich ganz schwierig Investoren zu finden.
00:21:29: Wir haben schon erste Gespräche geführt gehabt mit Banken.
00:21:33: Aber mit dem Platzen der Dotcom-Blase ist das dann eigentlich weggefallen.
00:21:38: Das stelle ich mir auch schwer vor.
00:21:39: Da redet man mit Banken.
00:21:41: Man ist schon wahrscheinlich auf einem weiten Weg.
00:21:43: Und auf einmal ist da dieses Ereignis von außen.
00:21:46: Und dann steht man bei Null.
00:21:47: So ungefähr war es.
00:21:49: Wir haben mit Banken schon unser Produkt, unsere Vision vorgestellt.
00:21:53: Banken waren teilweise sehr begeistert.
00:21:56: Man hat gesagt, da kann man schon sehr hohe Investitionen tätigen.
00:22:02: Man sieht, da ist was möglich in dem Produkt.
00:22:05: Und von heute auf morgen heißt es dann, wir haben von oben die Order,
00:22:08: es wird in Internetfirmen nicht mehr investiert.
00:22:11: Das war dann schon ein Rückschlag.
00:22:13: Das ist heute wieder ganz anders.
00:22:15: Ja, zum Glück.
00:22:17: Wenn man sich die erfolgreichen Geschichten von Runtastic anschaut,
00:22:22: das ist schon der Zeit geschuldet.
00:22:24: Wir waren sicher der Zeit voraus.
00:22:26: Und feratel hat euch dann das abgekauft?
00:22:29: Genau.
00:22:30: Ich weiß noch, wie es bei unserem TVB plötzlich geheißen hat,
00:22:34: feratel hat jetzt ein richtig cooles Buchungstool.
00:22:37: Das weiß ich noch ganz genau, wie das war.
00:22:38: Das kann ich mich noch sehr gut erinnern.
00:22:40: Ewig her.
00:22:42: Die haben das dann auch weiterentwickelt, oder?
00:22:44: Die haben es dann teilweise weiterentwickelt.
00:22:47: Ja, genau.
00:22:49: Wie ist dann dein Weg weitergegangen?
00:22:51: Mein Weg ist dann weitergegangen,
00:22:53: dass ich dann weiterhin das Systemhaus betrieben habe.
00:22:58: Habe auch andere Pinsgauer IT-Unternehmen mit dabei.
00:23:04: Habe ihnen meine Erfahrungen mitgegeben und so weiter.
00:23:07: Aber ich habe dann schon auch gemerkt,
00:23:11: das ist jetzt nicht das, was ich bis zu meinem Arbeitsende machen möchte.
00:23:16: Ich möchte schon ein bisschen mehr machen.
00:23:18: Und war dann richtig froh,
00:23:19: wie sich das Angebot bei Lohn & HR aufgetan hat.
00:23:23: Wie ist das entstanden?
00:23:25: Ich glaube, die Stelle war ganz klassisch ausgeschrieben.
00:23:29: Ich habe dort einige Runden mit Herrn Kappacher persönlich gedreht.
00:23:33: Natürlich auch mein Werdegang durch die Erfahrung
00:23:36: in relativ jungen Jahren, die ich schon gehabt habe,
00:23:39: hat sehr gut gefallen.
00:23:41: Und er hat mich dann aufgenommen.
00:23:43: Und ich habe gedacht, ich schaue mir das jetzt einmal an.
00:23:44: Ich kenne mich im Personalwesen überhaupt nicht aus.
00:23:48: Ich habe dann einen Personalverrechnungskurs gemacht.
00:23:50: Das war für mich dann ganz etwas Neues.
00:23:52: Ich habe dann gewusst, was eine Dienstgeberabgabe ist und so weiter.
00:23:57: Und mir sind dann auch viele Sachen bewusst geworden,
00:23:59: die ich in meiner Selbstständigkeit eigentlich gar nicht so wahrgenommen habe,
00:24:04: wie wichtig gewisse Themen im Personalwesen sind.
00:24:07: Da kann man sich leicht verzittern.
00:24:09: Ja, genau. Die sind mir erst dann viel mehr bewusst geworden.
00:24:13: Das ist, glaube ich, das Bedenken der Wenigsten.
00:24:15: Wenn man jung ist, dann denkt man sich da nicht so viel.
00:24:18: Und die Personalkosten können die ganz schön schlaflose Nächte kosten.
00:24:22: Das stimmt, ja.
00:24:25: Apropos schlaflose Nächte. Hast du das manchmal?
00:24:28: Oder wahrscheinlich früher mehr gehabt als jetzt?
00:24:30: Genau. Also mittlerweile nicht mehr.
00:24:32: Mittlerweile schlafe ich sehr, sehr gut,
00:24:34: weil einfach die Erfahrung da ist und weil man weiß,
00:24:37: wie man gewisse Sachen umgeht.
00:24:39: Natürlich geht man mit ein paar Gedanken nach Hause,
00:24:43: macht sich darüber einen Kopf.
00:24:44: Das kann man nicht wegtun mit der Erfahrung nicht.
00:24:48: Aber im Großen und Ganzen schlafe ich sehr gut.
00:24:51: Woher holst du dein Elan für das alles?
00:24:55: Mit einem Ausgleich.
00:24:56: Da ist sehr viel natürlich Familie,
00:24:58: die einem da ein bisschen Rückhalt gibt
00:25:00: und auch auf andere Gedanken bringt.
00:25:03: Der Sport. Ich fahre sehr gerne Rad und bin gerne in den Bergen unterwegs.
00:25:07: Und da kann man dann schon Abstand gewinnen.
00:25:09: Die Berge sind da schon gut, gell?
00:25:11: Ja.
00:25:12: Du hast eine Tochter, hast du mir erzählt.
00:25:15: Ist sie auch so technisch affin wie du?
00:25:19: Eher weniger. Sie ist eher im Dienstleistungsbereich.
00:25:22: Sie macht Hotelfachschule in St. Johann drüben.
00:25:25: Sie ist eher der Dienstleister.
00:25:28: Auch gut.
00:25:29: Auch gut. Sehr wichtig.
00:25:35: Was mich noch interessiert ist,
00:25:37: wie siehst du deinen Führungsanspruch?
00:25:40: Wie viele Mitarbeiter hast du?
00:25:42: So um die 45 herum. Zwischen 40 und 45.
00:25:45: Wie geht es dir so um? Wie ist eure Kultur im Umgang mit dir als Chef?
00:25:50: Wir sind ein sehr junges Team.
00:25:52: Wir haben einen Altersdurchschnitt unter 34.
00:25:55: Wobei wir Mitarbeiter von 19 bis 60 haben.
00:25:58: Also wir haben schon die ganze Bandbreite.
00:26:02: Mein Führungsstil ist darauf ausgelegt,
00:26:05: dass ich den Mitarbeitern sehr viel Verantwortung geben möchte.
00:26:08: Weil ich der Meinung bin,
00:26:10: das größte Wissen hat er in seiner Kompetenz,
00:26:13: in seiner Exzellenz.
00:26:14: Er ist viel näher beim Kunden,
00:26:16: er ist viel näher beim Produkt.
00:26:19: Da muss ich jetzt nicht großartig der Experte sein,
00:26:23: weil der Experte sollte er sein.
00:26:26: Daher soll er auch für gewisse Themen die Verantwortung übernehmen.
00:26:29: Das lasse ich sich auch spüren.
00:26:33: Sie können auch einmal Fehler machen.
00:26:35: Jeder kann Fehler machen. Auch ich.
00:26:36: Mir passieren Fehler.
00:26:38: Dann sollte man dazu stehen.
00:26:39: Man sollte schauen, was ist schiefgelaufen?
00:26:41: Was können wir das nächste Mal anders machen?
00:26:45: Aber er soll Verantwortung und Entscheidungen treffen.
00:26:48: Das ist mir ganz wichtig.
00:26:50: Ich bin eigentlich nur der Dienstleister für meine Mitarbeiter,
00:26:53: dass ich ihnen ein gutes Umfeld schaffe.
00:26:55: Dass ich ihnen ein gutes Werkzeug mitgeben kann.
00:26:59: Dass man schaut, dass wir uns nach außen hin gut präsentieren.
00:27:02: Dass wir ein gutes Standing bei den Kunden haben.
00:27:05: Aber das Fachwissen und die Experten sind die Mitarbeiter.
00:27:09: Das bin nicht ich.
00:27:10: Ich finde es spannend, dass du sagst,
00:27:12: ich bin der Dienstleister für meine Mitarbeitenden.
00:27:15: Das finde ich eine spannende Aussage.
00:27:18: So sehe ich auf meine Rolle.
00:27:20: Du hilfst ihnen dabei, dass sie einen guten Job machen können.
00:27:22: Genau.
00:27:25: Was für Mitarbeiter hast du?
00:27:27: Hast du Lehrlinge?
00:27:28: Aus welchem Bereich kommen deine Mitarbeiter?
00:27:31: Wir haben leider keine Lehrlinge.
00:27:33: Was mir ein bisschen leid tut.
00:27:34: Vielleicht können wir das auch noch ändern.
00:27:36: In erster Linie haben wir junge Mitarbeiter aus der HAK.
00:27:44: Aus der Handelsakademie.
00:27:45: Aus der HTL.
00:27:46: Die sich auch bei uns zum Großteil weiterentwickeln.
00:27:51: Wir haben welche, die haben bei uns berufsbegleitend studiert.
00:27:53: Auf der FH in Salzburg.
00:27:55: Oder in Seeburg.
00:27:57: Die haben sich gut weiterentwickelt.
00:28:01: Dieses analytische Denken.
00:28:03: Das mathematische.
00:28:04: Das ist bei uns schon sehr wichtig.
00:28:07: Auf das legen wir auch viel Wert.
00:28:09: Das kriegen die in den Handelsakademien und HTL sehr gut gelehrt.
00:28:13: Das muss man schon sagen.
00:28:14: Ihr unterstützt eure Mitarbeiter dabei, wenn wer studieren will.
00:28:19: Genau.
00:28:19: Das ist mir sehr wichtig.
00:28:20: Weiterbildung ist für uns eines der wichtigsten Themen.
00:28:24: Dass die Mitarbeiter am Ball bleiben.
00:28:27: Dass sie sich mit den Themen, die sie interessieren und die uns als Unternehmen helfen,
00:28:31: dass sie die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden.
00:28:34: Du hast selber ja auch noch einmal ein Studium draufgesetzt.
00:28:36: Genau. Ich habe 2016 auch noch einmal meinen Master nachgeholt.
00:28:41: Und habe berufsbegleitend BWL und Management studiert.
00:28:47: Und habe da noch einmal meinen Abschluss machen dürfen.
00:28:50: Damit du noch besser Dienst leisten kannst für deine Mitarbeiter.
00:28:53: Das finde ich eine coole Aussage.
00:28:55: Gefällt mir.
00:28:58: Gerade die Personalverrechnung ist ja ein sehr schnell wandelndes Metier.
00:29:02: Es ändern sich die Gesetze immer wieder sehr schnell, sehr oft.
00:29:07: Und den Durchblick zu bewahren, wie macht ihr das?
00:29:12: Ich habe da Mitarbeiter, die das sehr gerne machen.
00:29:15: Die sich mit den Themen gut beschäftigen.
00:29:17: Es gibt da eine Mitarbeiterin, die seit über 20 Jahren im Unternehmen ist.
00:29:21: Das ist unsere Gesetzesdame, die die Gesetze intus hat.
00:29:26: Die liest sehr viel.
00:29:27: Die muss sich mit den Themen sehr intensiv auseinandersetzen.
00:29:30: Und dann ist es eben auch die Kunst, das in die Software zu implementieren, reinzubringen.
00:29:37: Auch den Kunden näher zu bringen, welche Möglichkeiten es da jetzt gibt.
00:29:41: Oder welche gesetzlichen Themen er da beachten muss.
00:29:45: Das ist einfach mit dem Thema sich zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.
00:29:49: Das ist das Wichtige.
00:29:50: Und das ist eines unserer Jobs als Dienstleister.
00:29:54: Für so ein Thema muss man das einfach mitnehmen.
00:30:03: Die KI wird uns sicher fordern, gerade in der IT-Branche sehen wir das jetzt schon, welche Veränderungen da auf uns zukommen.
00:30:12: Da müssen wir auch mit dabei sein, wir müssen da auch investieren.
00:30:16: Es wird eigene Jobs dafür geben, die sich mit dem Bereich auseinandersetzen.
00:30:24: Es wird vieles anders werden, ich will nicht unbedingt sagen einfacher oder besser, sondern es wird einfach anders werden.
00:30:32: Wir werden unser Leben wahrscheinlich aus Gesellschaft verändern, werden wir uns auch aus Unternehmen verändern müssen.
00:30:40: Und da am Ball zu bleiben, um nicht den Anschluss zu verlieren.
00:30:45: Und auch dann den Kunden diesen Vorteil, den schon die KI auch mit sich bringt, auch mitgeben zu können.
00:30:51: Das wird ganz wesentlich werden und da müssen wir uns einfach damit beschäftigen und auseinandersetzen.
00:30:57: Siehst du das so gelassen in die Zukunft oder hast du da eher skeptische Gedanken?
00:31:06: Also was das betrifft, bin ich eher gelassen.
00:31:09: Das sind andere Themen, die mich viel mehr gesellschaftlich drücken.
00:31:14: Aber dieses KI-Thema, ich glaube, das wird schon die Gesellschaft verändern.
00:31:19: Aber ich hoffe, dass der Mensch auch da viel Positives draus ziehen kann und das positiv nutzen kann.
00:31:28: Welche Themen sind da eher die, die skeptisch stimmen?
00:31:31: Das ist das Geopolitische natürlich, was uns alle beschäftigt.
00:31:36: Das ist die Umwelt, ich glaube, heuer im Sommer, Klima und so weiter.
00:31:40: Wenn ich an meine Tochter denke, weiß ich nicht, wie das in ein paar Jahren sein wird.
00:31:44: Ja, da blicken wir alle mit Spannung auf das, was uns da noch blüht.
00:31:49: Aber ich glaube auch, wir kleines Österreich kennen da nicht allzu viel.
00:31:52: Schon viel da, mit einem Jahr schon viel.
00:31:54: Aber ich glaube, wir müssen nicht immer der Vorreiter sein für die große Welt.
00:31:59: Oder, wie siehst du das?
00:32:01: Ja, ich glaube, das kann schon jeder seinen Beitrag dazu leisten.
00:32:04: Davon bin ich überzeugt und das sollte man auch vorgeben unserer Jugend und unserer Kinder.
00:32:11: Aber natürlich sind unsere Möglichkeiten begrenzt, das ist ganz klar.
00:32:15: Wir sind links und rechts, einmal von China und einmal von Amerika und ist Europa in der Mitte.
00:32:22: Ja, hoffe ich nicht, dass aufgerieben wird, aber wir müssen uns halt dagegen stimmen.
00:32:28: Sowohl technologisch, wie auch politisch, wie auch klimamäßig müssen wir uns da dagegen stimmen.
00:32:35: Danke für das Gespräch, es war wirklich spannend.
00:32:38: Dankeschön.
00:32:38: Und ich bin neugierig, wo es hinaus ist. Ja, von euch.
00:32:40: Wunderbar, danke.
00:32:43: Genau davon lebt unser RTS Unternehmer Talk.
00:32:46: Wir wollen nicht nur zeigen, was Unternehmen leisten, sondern auch die Menschen dahinter kennenlernen
00:32:51: mit ihren Erfahrungen und Herausforderungen und ihrer Haltung.
00:32:55: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten RTS Unternehmer Talk.
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