RTS Unternehmertalk mit Christian Moik
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Christian Moik, dem Geschäftsführer der Soziale Arbeit GmbH in Salzburg, über Verantwortung, Menschlichkeit und darüber, wie wichtig Unterstützung gerade dann ist, wenn Menschen nicht mehr wissen, wie es weitergeht. Wir sprechen über soziale Arbeit, über Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Delogierung und darüber, wie neue Perspektiven entstehen können.
Christian erzählt offen von seinem eigenen Lebensweg, von beruflichen Umwegen, Rückschlägen und Neuanfängen – und davon, wie aus einem vermeintlichen Übergang eine erfüllende Aufgabe wurde. Gemeinsam sprechen wir über Vorurteile, über das Restaurant SCHMANKERL, über sozialökonomische Betriebe und darüber, warum soziale Arbeit uns alle betrifft. Diese Episode zeigt, dass Unternehmertum weit mehr sein kann als wirtschaftlicher Erfolg – nämlich Verantwortung für Menschen und für unsere Gemeinschaft.
Soziale Arbeit GmbH Salzburg
https://www.soziale-arbeit.at/
Apropos Straßenzeitung Salzburg
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00:00:06: Herzlich willkommen zum RTS Unternehmertalk.
00:00:10: Wir sprechen hier mit Menschen, die Verantwortung übernehmen in der Wirtschaft aber auch für unsere Gesellschaft.
00:00:16: Denn nicht alles was zählt lässt sich in Zahlen messen.
00:00:19: Oft sind es die leisen aber entscheidenden Beiträge, die wirklich etwas bewegen – Für Menschen, für Lebenswege und für unsere Gemeinschaft!
00:00:29: Heute haben wir einen Gast, der genau in diesem Bereich wirkt.
00:00:33: Als Geschäftsführer der sozialen Arbeit GmbH setzt er sich gemeinsam mit seinem Team tagtäglich dafür ein, Menschen zu begleiten.
00:00:41: Zu unterstützen und neue Perspektiven zu schaffen oft in Situationen die alles andere als einfach sind.
00:00:49: dabei geht es nicht nur um Organisation oder Strukturen sondern vor allem um Menschlichkeit Vertrauen unter dem Blick auf das was möglich ist.
00:01:01: Lieber Christian Danke, dass du heute bei mir bist und dir die Zeit nimmst dich
00:01:05: mit
00:01:06: mir auszutauschen über deine Arbeit.
00:01:09: Was ist soziale Arbeit eigentlich genau?
00:01:12: Ja, herzlichen Dank für die Einladung und einmal für euer Interesse!
00:01:16: Ich war sehr, sehr überrascht, dass wir als Unternehmen so wahrgenommen werden, dass das auch interessant sein könnte für so ein Unternehmertag und um – wie gesagt – dankenummer für diese Einladungen.
00:01:27: Gerne.
00:01:27: Ja was heißt sozialearbeit oder was macht die soziale?
00:01:31: Wir sind in mehreren Bereichen tätig, das heißt wir bieten Beschäftigung für langzeitarbeitslose Menschen.
00:01:39: Wir bitten Wohnraum für Menschen die von Obdachlosigkeit betreut sind und wir bitten Beratung für Menschen, die in gewissen Bereichen nicht mehr wissen wo vorne und hinten ist quasi also das heißt zum Beispiel in der Sozialberatung bedeutet es ist die erste Anlaufstelle wo wir den Menschen die Möglichkeit bieten ihre Probleme mal kann zu tun und wir entscheiden dann in welche Richtung geht es, wo können wir helfen?
00:02:05: Wo können wir unterstützen.
00:02:08: Und bestmöglich in unseren eigenen Einrichtungen oder wenn nicht möglich dann halt weiter vermitteln zur Einrichtung.
00:02:15: Was ist das für Menschen die da vordergründig
00:02:18: kommen?
00:02:19: Das ist total verschieden.
00:02:21: Das ist von jung bis alt, sag ich jetzt einmal.
00:02:24: Das trifft also alle Menschen quasi von Obdachlosigkeit bedroht sind.
00:02:32: Es trifft Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind und es betrifft Menschen die entweder von Delogierung bedrohen oder eben an derwertige Beratungen brauchen.
00:02:41: Also da sind auch noch richtig tiefe Nöte vorhanden
00:02:44: bei den Leuten, die immer dort... Genau, tiefe nöte und eine gewisse Chancenlosigkeit auf dem ersten Blick weil man nicht mehr weiß wie's weitergeht genau.
00:02:53: Und ihr bringt ja so Menschen auch wieder in die Arbeit zurück, in die Arbeitswelt.
00:02:57: Wie schaut das aus bei euch?
00:02:59: Ja da sind wir eben im Bereich Beschäftigung.
00:03:00: Da haben wir sogenannte sozialökonomische Betriebe.
00:03:04: Das Wort sagt eines aus, dass man zum einen mit einer sozialen Verantwortung an die Sache rangehen.
00:03:09: D.h.,
00:03:09: also da steht der Mensch im Vordergrund und wird wenig Druck ausgeübt.
00:03:13: Die Arbeiten sind so eingeteilt, dass er sich in Ruhe vorbereiten kann und das an den Menschen, die aus dem ersten Arbeitsmarkt herausgefallen sind.
00:03:21: Das bedeutet eben einerseits durch Krankheit, durch einen Jobverlust aus anderen Gründen oder eben auch Trennungen im Menschen, der einfach aus diesem Kreislauf herausfallen, ein bisschen Unterstützung brauchen.
00:03:35: und da helfen wir wieder durch solche Vorbereitungsprogramme in unseren soziale ökonomischen Betrieben dass sie wieder sozusagen für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden.
00:03:44: dass man erzählt, ihr habt in Lohnt-Solzburg einen Hundertsiebzig Mitarbeiter,
00:03:48: die in
00:03:49: den Betrieben beschäftigt sind.
00:03:50: Welcher eine Betriebe ist
00:03:52: das?
00:03:52: Wir sind insgesamt in der sozialen Arbeit Hundertsebzig Mitarbeiter und von diesen Hundert Sebzig sind hundert quasi als Mitarbeiter tätig, die eben im Zuge von so Arbeitsintegration wieder in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt.
00:04:06: Die Betrieben heißen zum Beispiel Tao, Lebensarbeit oder Job einundzwanzig.
00:04:10: Der Tao ist in erster Linie zuständig für Second Hand.
00:04:15: Das heißt, wir haben unseren Namen gemacht mit einigen Second Handshops in Salzburg wo eben jeder zu uns kommen kann und sie nachhaltig eingeleiten kann
00:04:23: –
00:04:25: mit Mode!
00:04:26: Und die Lebensarbeit ist eine Tischlereihe und eine Nähereihe, wo auch jedem Menschen Fertigkeiten erlernen.
00:04:34: Bei Job-Aufwandzig ist das gleiche nur im Pinskau, wo man eben auch Übersiedlungen anbieten, Entrömpelungen, Gartenarbeiten Und die Menschen sind dann betreut und werden dann quasi nach einem Jahr bestenfalls wieder in andere Betriebe weitervermittelt.
00:04:50: Dass man erzählt, ihr habt ein Restaurant?
00:04:53: Ja richtig genau!
00:04:54: Das Restaurage Schmankerl in der Glockengasse.
00:04:56: Das ist auch ein sozialekonomischer Betrieb.
00:04:59: Wie der Name schon sagt, das ist ein Restaurant.
00:05:01: Wir bieten da zwei Menüs an jeden Tag für ein vegetarisches und ein Fleischgericht alles selbst gemacht keine Convenience als aus der Umgebung und zu sehr günstigen Preisen.
00:05:12: Und da kann jeder hingehen,
00:05:13: oder?
00:05:14: Genau!
00:05:15: Kein sozialer Restaurant, kann jeder eingehen.
00:05:17: Okay.
00:05:18: Brauche ich also keinen Ausweis will.
00:05:20: Nein, wir können
00:05:21: einfach...
00:05:21: Da kann jeder kommen und wir beliefern auch Kindergärten oder Schulen mit Essenzlieferungen.
00:05:27: Kettering bieten auch an.
00:05:29: Und wie gerade im Restaurant stehen wir das vor?
00:05:31: Das ist ja oft gerade in der Küche stressig.
00:05:35: Wenn da jetzt jemand wieder eingegliedert werden muss in die Arbeit, wie geht's dort?
00:05:39: Da hat man ja wahrscheinlich einen Küchenchef.
00:05:41: Der braucht wahrscheinlich auch gute Nerven oder viel Geduld.
00:05:45: Wie läuft das da
00:05:46: ab?".
00:05:47: Naja, das ist im Grundvoraussetzung.
00:05:49: Was man da auf jeden Fall braucht, ist Geduld.
00:05:51: Das geht nicht so wie in einer herkömmlichen Küche.
00:05:54: natürlich ob... Da wird zum einen mal sehr oft den Ton geachtet, eben wertschätzender Umgang, eben nicht mit zu viel Druck und man muss sich darauf einstellen, wenn man bei uns arbeitet als das sehr technische Fachschlüsselkräfte sozusagen Vorarbeiter die halt genau auf das geschult werden, dass eben genau da sehr vorsichtig sein müssen, dass eben nicht der typische Ton in einer Küche vielleicht vorherrscht.
00:06:17: Sondern dass man darauf schaut, dass man mehr Geduld hat als anderswo in der normalen Gastronomie.
00:06:23: und das ist aber genau das was die Mitarbeiter bei uns schätzen, die aus der Wirtschaft kommen, dass sie hier ein bisschen mitbekommen, dass wir durchaus auch eine sinnvolle Tätigkeit machen können im Bereich OBE eben Und daher sozial ökonomisch, trotzdem mit einer ökonymischen Verantwortung.
00:06:42: Weil wir müssen ja trotzdem Erlöse erzielen.
00:06:44: also wir sind gefördert von AMS und vom Land Salzburg ein bisschen auch von der Stadt Salzburg aber eben nur bis zum gewissen Prozent.
00:06:52: Also wir müssen da schon auch aus ihr Wirtschaften und das macht es spannend.
00:06:55: Einerseits durchgefördert aber auch trotzdem einen wirtschaftlichen Background.
00:07:00: Wie gestehst du jetzt damit?
00:07:01: Der Förderlandschaft weiß wie du alles gekürzt.
00:07:05: Wisst ihr da schon mal, wie es weitergeht?
00:07:07: Naja für's XXVI ist ja alles in Ordnung.
00:07:10: XXII wird noch spannend, weil das sind jetzt gerade die Budgetverhandlungen.
00:07:14: Aber wir haben das Signal seitens des Landes aber auch das AMS dass man also versucht zumindest diese Förderquote aufrecht zu erhalten.
00:07:23: Das ist speziell für uns sehr wichtig Dass man ein bisschen wie in der Zukunft schauen kann.
00:07:27: und ich muss fairerweise sagen Wir haben wirklich ein gutes Gesprächs-Klima mit den Fördergebern und die versuchen immer wieder alles, dass uns da quasi kein Geld abgeht.
00:07:38: Weil das für uns natürlich schwierig wird dann das zu kompensieren.
00:07:41: Wie lange bist du eigentlich schon im Unternehmen?
00:07:44: Im Unternehmen selbst bin ich seit Jahr zweitausendfünfzehn.
00:07:47: Und die Geschäftsführung darf ich seit zweitausendzwanzig machen.
00:07:51: Bist Du schon als sozialer Mensch auf die Welt gekommen?
00:07:55: Offensichtlich schaue ich, ob es relativ spät entdeckt.
00:07:59: Du hast vorher Lehre gemacht eigentlich?
00:08:01: Über
00:08:02: Lehre als Buch und Offset Drucker gemacht und bin dann weitergegangen in die Oberendorferdruckerei in Oberendorf war das und habe dann irgendwann einmal das Hobby zum Beruf gemacht und habe eine Selbstständigkeit gewagt mit einem Fitnessstudio.
00:08:21: So ist dann quasi ein bisschen dieser Lehrberuf unterbrochen worden und habe dann diese Zeit gemacht, aber dann wieder aufgehört aus wirtschaftlichen Gründen.
00:08:31: Es war der erste Jungunternehmer sozusagen, die auch wieder einsinnert müssen, dass er doch nicht so gut unternehmerisch stetig war und leider verkaufen musste.
00:08:39: Wenn man
00:08:41: so jung ist, hat man oft...
00:08:44: Genau!
00:08:44: Viel Euphorie, aber wenig Verstand.
00:08:47: Aber
00:08:48: trotzdem bist du dein Weg weitergegangen?
00:08:51: Und du hast studiert?
00:08:55: Ja, ich habe dann im zweiten Bildungsweg neben der Arbeit ein Ju-Studium begonnen und das ist dann abgeschlossen.
00:09:03: Es war auch eine sehr intensive Zeit, weil es natürlich neben derarbeit schwierig war, alles unter einen Hut zu bringen.
00:09:09: aber Gott sei Dank ist man gelungen mit einem längeren Anlauf Wie man sich vorstellen kann, also da war mit Mindeststudienzeit nicht viel.
00:09:17: Aber ich hab einige Jahre mehr gebraucht aber im Endeffekt habe es dann abgeschlossen und bin froh darüber.
00:09:23: Weil es wollte schon so Phasen geben wo er ein bisschen solche Durchhänger gehabt hat, wo ich gesagt habe eigentlich brauche es nicht mehr weil ich war dann schon wieder in der Unternehmendätik und für mich jetzt keinen Unterschied gemacht, aber meine Frau hat mir dann motiviert weiterzumachen.
00:09:35: Ich weiß
00:09:36: ja, was ist eine Frau immer ganz gut?
00:09:37: Genau!
00:09:39: Nämlich auch dann für den weiteren Gang.
00:09:43: Und du hast, also hast Du dann als Jurist gearbeitet?
00:09:46: Oder hast Du, wie ist das denn weitergekommen, dass Du zur sozialen Arbeit gewechselt bist?
00:09:52: Der ursprüngliche Plan war ja, dass ich in der Notariat anfange.
00:09:55: Also ein guter Freund von mir hat mich mehr oder weniger motiviert und da sind dann bei ihm genau... und ich habe natürlich auch diese anführungszeichen typischen Juristenberufe versucht.
00:10:06: Ich war eine Anwaltskanzlei, ich war in einer Notariat Zum Schluss dann in einer Unternehmensberatung für Firmen-Sanierungen.
00:10:14: Es war alles sehr interessant, aber im Endeffekt ist man dann doch abgegangen und habe dann durchgemerkt dass dieses teilweise trockene, es vielleicht nicht immer trocken und vor allem dieses Streiten und Durchsetzen für andere Interessen hinter dem man nicht so stehen kann.
00:10:34: Wir waren oft zu ein Haarlebnis, wo ich gesagt habe auch die Juristerei doch nicht das Richtige für mich.
00:10:39: Da hat man dann eine kleine Schaffenspause gegönnt und versucht herauszufinden, was würde ich denn eigentlich wirklich machen.
00:10:48: Und habe aber dann feststellen müssen – das war mit dem zarten Alter von fünfundvierzig – wie feststellen haben wir es denn, dass mich da eigentlich mit meiner Ausbildung, Selbstständigkeit, Lehrberuf abgeschlossen, Studium abgeschlossen plötzlich keiner braucht?
00:11:02: Da ja auch durchaus eine Parallelle zu dem, was ich jetzt mache.
00:11:05: Dass Menschen gibt, die auch durchaus gut ausgebildet sind aber plötzlich keinen Job finden.
00:11:10: und dann habe ich gemerkt, oh je warum braucht mir keiner trotz dieser Erfahrung?
00:11:16: Ich hab auch einen anderen Unternehmen noch gearbeitet in der Zwischenzeit.
00:11:18: Dann
00:11:18: irgendwie ein Lebenskrise.
00:11:21: oder wenn man merkt... Man
00:11:23: ist
00:11:23: ja erst fünfevierzig, man ist ja noch nie so... Genau,
00:11:26: genau!
00:11:27: Das stellen wir vor dass das nicht so leicht ist.
00:11:29: Also ich würde jetzt vielleicht sagen Lebenskriese sondern Ein bisschen Unverständnis eher, weil ja du und das ist auch ein Thema, den wir gleich behandeln, die Diskriminierung
00:11:40: etc.,
00:11:41: weil du erforsst dir die wahren Gründe eigentlich nicht.
00:11:44: Und darum kann ich mich sehr gut in unsere Klienten hineinfüllen, die dann oft dutzende Bewerbungen schreiben.
00:11:51: Eigentlich nie eine Antwort kriegen worauf schaut das wirklich?
00:11:54: und es ist natürlich auch schwierig.
00:11:55: Ich bin jetzt selber in der Situation wo ich Bewerber ablehnen muss aber eigentlich ... ich kann nicht den wahren Grund eigentlich sagen weil manchmal hat man Vorstellung als Unternehmer und sagt, ich brauche denn genau den und ich würde aber derjenigen oder demjenigen gerne sagen Woran hat's denn wirklich gelegen?
00:12:12: Aber man ist da vorsichtig, weil es könnte auch nach hinten losgehen.
00:12:15: Und so war's bei mir.
00:12:15: Ich habe euch nicht den richtigen Grund erfahren.
00:12:18: Bin ich zu alt?
00:12:18: Zu teuer?
00:12:19: Falsch ausgebildet oder was immer?
00:12:21: Das hätte mich damals sicher geholfen!
00:12:23: Und ja und bis dann so kommen mag, hab' ich dann ein Inserat gelesen, nachdem ich wirklich schon ein bisschen verzagt war... ...und natürlich habe ich eine Vorstellung gehabt von meinem Job.
00:12:32: Also ich hätt schon Jobs machen können, aber die waren halt in meinen Bereich der Vorstellungen.
00:12:37: Und dann habe ich mal ein kleines Inserad gelesen das sind eben an der Fachstelle für Wohnungssicherung also Die Delusierungsprävention, die bei uns angesiedelt ist.
00:12:46: Eine Nürristen suchen und das habe ich dann meiner Frau gezeigt und hab gesagt schon her, da war was für mich vielleicht genau das Richtige.
00:12:55: und dann habe ich mal vorgestellt und ich mir doch nach dem Sozialbereich.
00:13:00: Wenn ich da mal drinnen bin, da komme ich sicher nicht mehr weg, da bin ich für die Wirtschaft sowieso uninteressant weil ich habe mit dem natürlich nicht gerechnet dass ich hier jemals Fuß fassen werde.
00:13:11: Und dann habe ich mich beworben und ich wäre genommen worden.
00:13:13: Ich war da noch ein bisschen gezögert, dann hatte ich noch alte Aufträge gehabt, die ich noch abbaue.
00:13:19: In jeder erst später Anfang erkenne.
00:13:21: Daraufhin haben sie aber gesagt, nein wir brauchen jetzt dringend schon wem, also leider doch nicht.
00:13:26: Ja, dann weiß es leider nichts.
00:13:27: Dann ist aber drei Monate später, haben sie nur mehr angerufen und haben dann gefragt ob ich noch was suche?
00:13:33: Und ich hab noch etwas sucht, dann haben wir gedacht okay, wenn zweimal das Schicksal mich quasi dahin führt... Da müssen wir
00:13:38: zuschlagen!
00:13:38: ...dann schlage ich zu Wohl.
00:13:40: weislich dürfen jetzt meine Kollegen von damals vielleicht gar nicht wissen, das wird nur Übergang.
00:13:47: Also es
00:13:47: war für dich so was du dachtest, mach jetzt Übergangsmäßig, dass ich einfach einen Job habe und dann...
00:13:50: Absolut genau!
00:13:51: Weil ich wollte einfach wieder arbeiten und ich hab mir wirklich...
00:13:54: Ist das jetzt keine Arbeit?
00:13:57: Nein auch schon!
00:13:57: Was soll der Gedanke?
00:13:59: finde ich jetzt gerade interessant, weil du sagst, ich will wieder arbeiten.
00:14:01: Also doch dieser Phase... Ich wollte einfach wieder was Sinnvolles für die Gesellschaft tun, sagen wir mal.
00:14:08: Ich wollte das Teil der Gesellschaft werden.
00:14:10: Das sind dann sicher sich Dinge, die einem durch den Kopf gängen und so man fühlt sich irgendwie unnützmoment an.
00:14:16: Und da hab' ich gesagt ne, jetzt nimm mir halt einfach dies.
00:14:18: Es wird sich aber sonst anders auftun nicht?
00:14:21: Und da war dann gemerkt, dass es eigentlich genau das ist, was man Spaß macht.
00:14:24: Ich habe immer schon ein bisschen Die Idee gehabt, Menschen zu unterstützen.
00:14:28: Ich rede jetzt mit Absicht nicht von Helfen.
00:14:29: Bei Helfend kann man sie meistens nur selbst ... sondern ich rede jetzt wirklich nur Unterstützung, dass man eben wieder motiviert ist und dass man vielleicht selbst dieses Empowerment findet um wieder selbst quasi die Motivation zu bekommen das anzugehen.
00:14:44: Wie hast du das gemerkt?
00:14:45: Dass das dein Sieß!
00:14:47: Das war so eine Kombination aus des was ich mache wirkt Und einfach das Feedback.
00:14:54: Einfach das Feed-Back, dass dann halt Menschen zurückkommt, haben wir es auch noch gesagt.
00:14:58: Herr Malik, ohne Sie hätte ich das nicht geschafft!
00:14:59: Jetzt habe ich wieder einen Lichtblick und einen Sinn... Ich hab meine Stärken ausspülen können.
00:15:06: Ich denke mal, dass ich ein guter Vernetzer bin, dass er recht gut Dinge rüberbringen kann.
00:15:14: Auch ein gewisses Verhandlungsgeschick hat würde ich jetzt einmal so einschätzen.
00:15:19: Zumindest habe ich's so wahrgenommen.
00:15:20: Und dieses verbindende Hub, dass man sagt okay aus Dingen die jetzt aussichtlos sind doch nur zu einem guten Ende zu führen.
00:15:28: Du hast dann gemerkt diese Arbeit erfüllt?
00:15:31: Ich weiß genau wo du gesagt hast das ist genau meins.
00:15:35: Das erfüllt mich.
00:15:36: Ja eben, dass ich auch erkannt habe dass wenn da ein Klienten das Feedback gegeben haben und wenn wir dann gemärkt hat am Ende des Tages es war für sie Unterstützung.
00:15:47: Es hat genau das gebraucht, um wieder selbst ein bisschen erlichter am Ende des Tunnels zu finden weil es speziell in der Fachstelle für Wohnungssicherung war es ja so und muss sich das vorstellen.
00:15:58: da stehen an Menschen kurz vor der Delagierung und gerade in Salzburg weiß man ja wie du es damals im Wohnungsmarkt ausschaut.
00:16:05: Teilweise waren es günstige meinnützige Wohnungen die zwar lang zuwarten aber die Leute stecken dann den Kopf ins Sand machen die Rechnung nicht auf etc.
00:16:14: also da kommt Teilweise was daher.
00:16:18: Und wenn dann die ersten Meinungen kommen oder die ersten Klagen, dann wissen die Leute nicht mehr, was da sein.
00:16:23: Dann ist aber meistens schon fünf vor zwölf und da quasi nur etwas zu bewirken und diese Aussichtslosigkeit noch mal zu drehen, dass man sagt okay der muss nicht aus der Wohnung auf Hinterlösung.
00:16:36: Gibt
00:16:36: es das so einwirkt auf das System?
00:16:41: Und
00:16:42: da ist jetzt genau der zwingende Grund dahinter, dass zum einen einmal die Einrichtung schon für ein paar zwanzig Jahre gibt.
00:16:48: Die Fachstelle für Wohnungssicherung, das heißt sie so auf dem Wohnungsmarkt bekannte Einrichtungen und viele sagen uns ist wichtig, dass er was unternimmt.
00:16:58: Und dann treten wir als Vermittler auf und sehen dann okay und suchen noch am Weg Wie der dann auch klar seine Mitschulden begleichen kann und zum anderen natürlich, dass er nicht mehr in die Situation kommt.
00:17:10: Dass es sich rechtzeitig wieder meldet.
00:17:11: Wir machen da auch die Nachbetreuung, dass wir wirklich noch schauen werden dann in nachfolgendem Weise die Mieten bezahlt.
00:17:18: Man macht einen Haushaltsplan, man schaut wo sind Kosten?
00:17:21: Wir haben teilweise Spielsucht,
00:17:22: etc.,
00:17:23: wir versuchen auch die Wege zu ergründen.
00:17:25: Warum ist eigentlich in die Situation gekommen?
00:17:27: Der einfachste Grund ist, sagen wir unter Anführungszeichen, wenn jemand arbeitslos wird, dass er halt momentan ein finanzielles Problem hat.
00:17:35: Das sind nicht die leichteren Themen.
00:17:36: aber wenn dann der Suchter hinter steht, wenn Kinder rollen spülen, Existenzminimum wo dann quasi nur mehr wenig Geld übrig bleibt falsche Haushaltspolitik.
00:17:47: und dann helfen wir da ein bisschen weiter.
00:17:50: genau
00:17:51: Seit wann bist du jetzt Geschäftsführer bei Soziale Arbeit?
00:17:54: Das
00:17:54: kann ich ganz gut erinnern, erst mal weil es noch nicht so lange her ist.
00:17:57: Erst April, im Jahr mit Beginn der Corona-Pandemie.
00:18:01: Wie war das damals?
00:18:06: Zum einen war die Frage an mich, ob ich mir das vorstellen kann.
00:18:12: Für mich auch sehr überraschend.
00:18:13: Da sieht man eben wieder wo's hinführen kann.
00:18:16: Auch wenn man vielleicht sich anfänglich ein bisschen dagegen gewährt hat wie dann die Gesellschaft und der ehemalige Geschäftsführung reingetreten sind und gefragt haben, ob ich mir das vorstellen kann.
00:18:25: Ich war eigentlich nicht mehr in meiner Planung ganz ehrlich.
00:18:28: Ich habe mich da eigentlich ganz gut zurechtgefunden und hätte mir das vorstellen können.
00:18:34: Ja und dann kommt eben dies und dann geht einmal der Prozess los.
00:18:37: was bedeutet das überhaupt mit Wüchen?
00:18:41: Mit welcher Arbeit bin ich da eigentlich konfrontiert, was bedeutet das Unternehmen?
00:18:45: Es ist
00:18:45: nur die Wohnungsdelloschlierungsgeschichte und dann fahren wir die ganze Bandbreite von dem Ganzen.
00:18:51: Das
00:18:51: stelle immer ganz schön für
00:18:53: Arbeit vor.
00:18:53: Ja genau, es war auch so.
00:18:56: aber da kommt mein grenzenloser Optimismus oder vielleicht ein bisschen das Selbstbewusstsein in diesem Bereich.
00:19:03: dass ich gesagt habe, okay so was schaffe.
00:19:04: Das traue ich mir zu und in das Wachsehre hinein und man darf nicht vergessen die haben ja eine super Team um mich Die schauen auch lange Jahre im Unternehmen sind.
00:19:14: also es war dieser Einstieg.
00:19:16: Dieser Einstiege war leicht Und der schwierige einstieg war ist, dass du in einer absoluten Krise oder in einer Krisensituation da einsteigst und das war schon sehr belastend.
00:19:27: Absolut weil du ja und jeder der sagen wir Unternehmen übernimmt oder als Geschäftsführer leiten darf, weil es ja da gibt's eine Phase wo man sie einmal kennenlernen muss.
00:19:38: Wo mal die Kollegen und den Kolleginnen einmal abchecken.
00:19:42: was ist das überhaupt für typ?
00:19:45: Und dann startest eigentlich über Zoom oder über Online-Konferenzen der persönliche Kontaktfeld der mir eben sowieso auch sehr wichtig ist.
00:19:54: und man hat sich erst nach Corona richtig kennengelernt.
00:19:57: und diese Jahre habe ich gemerkt Was dir eigentlich auch für so eine Situation, die teilweise nur Zeit noch klingt.
00:20:07: Bis man sich dann wirklich kennengelernt hat, bis einmal die Kollegen und Kolleginnen das Vertrauen in mich gefunden haben, dass ich das auch kann was ich da mache Und wie tickt der eigentlich?
00:20:16: Das ist ja jetzt zu richtig ausserkommen.
00:20:19: Was ist so für dich ein Highlight in deiner Laufbahn hier bei soziale Arbeit?
00:20:25: Gibt es da irgendeine Geschichte wo du sagst Die Geschichte muss ich jetzt erzählen.
00:20:30: Na ja, ehrlicherweise nicht!
00:20:31: Es gibt keine Highlights weil es waren so viele spannende Situationen dabei angefangen von dass wir zum ersten Mal begonnen haben professionell ein soziales Unternehmen für Öffentlichkeitsarbeit fit zu machen.
00:20:48: Ich habe also einer meiner ersten Tätigkeiten war das ich jemandem eingestellt hab für Social Media und Öffentlichkeit zu arbeiten.
00:20:54: Mir war wichtig Die Wörter draußen sind sehr plastisch ausgedrückt.
00:21:01: Ich weiß, was es uns gibt und was wir machen.
00:21:05: Das habe ich gemerkt.
00:21:06: Jeder in meinem Bekanntenkreis hat nicht gewusst, wer es ist wie überhaupt.
00:21:11: Und da habe ich gesagt okay das muss sie ändern.
00:21:15: Bis auf apropos die Straßenzeitung waren eigentlich kanzige Einrichtungen wie jemanden bekannt.
00:21:21: Ihr habt das nie gewusst?
00:21:24: zu euch dazugekehrt.
00:21:25: Das war für mich auch ganz neu, ich habe überhaupt keine Vorstellung gehabt.
00:21:29: aber jetzt vorher habe ich mir doch eine Städte schon wieder da und jetzt denke ich mir, ich kaufe es jetzt weil ich weiß
00:21:37: das wie was ist.
00:21:38: Und wo sie nur Appellieren nicht nur kaufen sondern um etwas Gutes zu tun, wir sagen ja Lesen und Gutes tun, sondern auch wirklich lesen, weil wir versuchen also hier abseits des tagespolitischen Geschehens die Menschen da in eine andere Welt zu versetzen.
00:21:55: Das sind Geschichten dabei, die man so ned liest und man kriegt vor allem Dinge in unserer Schreibwerkstatt wo Betroffene oder Verkäufer die Möglichkeit haben selber ihre Geschichten zu erzählen auch ein bisschen einen Einblick.
00:22:10: was hat das überhaupt für die Menschen die dort stängen?
00:22:12: weil dann gibt es auch oft ein falsches Bild die wollen nicht arbeiten oder so irgendwie oder die betteln etc.
00:22:19: Das ist eben genau nicht so.
00:22:20: Ja,
00:22:20: das ist aber genau das Problem, dass es für Menschen glauben, die wollen betteln, obwohl es nicht zu ist.
00:22:27: Sie sagen, die bettelt so genau.
00:22:30: Viele von uns werden sich noch an die Kolpoteure erinnern, die mit der Kronenzeitung oder mit Salzburg-Aurichten durch die lokale Getingel sind und an den Ampig standen und Zeitungen verkauft haben.
00:22:40: Zu denen hat man nicht gesagt die Betteln, sondern die verkaufen eine Zeitung.
00:22:45: Unsere Verkäufer machen nichts anderes.
00:22:46: Die steigen da und verkaufen die Zeitungen.
00:22:49: Das dürfen sie.
00:22:50: Da gibt es eine Genehmigung, das ist mir den Freiheitsgesetz
00:22:53: etc.,
00:22:53: also da ist alles legal.
00:22:56: Und ja...und ich lebe davon!
00:22:58: So wie heute die Kolportiere früher auch nur, die sind halt aus dem Straßenbild verschwunden und unsere Straßenverkäufe halt nicht.
00:23:05: Und dann kann ich nur appellieren, probiert es einmal, lässt es einmal Dann wird es zeigen, das ist durchaus eine spannende Geschichte.
00:23:11: Nein, es ist schon interessant.
00:23:13: Man muss sie nur beschäftigen.
00:23:15: und das finde ich jetzt auch in unseren Gesprächsformaten so toll weil ich glaube es gibt viele Menschen da draußen die wissen für Sachen nicht oder wir firmen auch soziale Arbeit was dabei ist und ich glaube mir können dazu beitragen dass dies ein bisschen besser oder mehr und vor allem richtig gesehen wird.
00:23:37: Da fragt es mich besonders, dass wir im Aso einrichten und da vorkommen.
00:23:41: Normalerweise würde man die erfolgreichen Unternehmer vielleicht auch mit ins Boot holen.
00:23:46: Die werden auch da ihr Plattform kriegen, logischerweise.
00:23:49: Aber das wird auch gehört werden ist eine nette Sache.
00:23:51: Danke dafür!
00:23:52: Ja,
00:23:52: war unser besonderes Anliegen muss ich auch dazu sagen.
00:23:56: Ein letztes noch Du hast jetzt eine Bühne, du kannst jetzt noch eine Botschaft an den Menschen dort draußen richten.
00:24:04: Wie schaut deinem Botschaft aus?
00:24:06: Trifft mir etwas überraschend.
00:24:07: Ich bin gar nicht so richtig vorbereitet, ich versuche jetzt mal was zu formulieren.
00:24:14: Na ja wenn ich auf unserer Tätigkeit ansprechen kann ist in erster Linie das man sagen wir mit Vorurteilen vielleicht vorsichtig sein soll dass wir vielleicht hinter die Fassade schauen soll speziell was unsere Verkäufer anbelangt Speziell auch, wo es die Menschen anbelangt, die quasi zu uns kommen und Unterstützung suchen.
00:24:35: Ich habe in diesen Jahren eins gelernt dass es Menschen gibt von dem was ich am Anfang überhaupt nicht erwarten würde jemals in so eine Situation zu kommen.
00:24:47: Und ich bin aber recht dankbar dafür das ich nicht in der Situation bin wohlweislich zu wissen dass an jeden erwischen kann.
00:24:56: Und das sehe ich auch in unseren Klienten, da gibt es Piloten die plötzlich den Job verlieren, die Frau verlieren und dann abrutschen.
00:25:07: Es gibt in jeder Gesellschaft Schicht Beispiele, die plötzlich in so eine Situation kommen.
00:25:14: Dann ist gut, wenn es solche Einrichtungen wie uns gibt, die aber gefördert sind Und gerade in der Diskussion jetzt, was heißt Förderungen kürzen im sozialen Sozialschmaruz.
00:25:24: Es gibt so viele Stichworte, die da jetzt fallen im Zugeher dieser Budget-Situation.
00:25:31: Ich würde sagen, da spurt man falschen Fleck.
00:25:33: jetzt nicht nur weil es wir, weil's uns betreffen würde sondern man merkt sich erst dann, wann man diese Unterstützung braucht wie wichtig solche Organisationen sind.
00:25:42: und das spreche ich nicht nur von unserer, sondern da gibt es viele und da wäre mein Appell hier vielleicht bevor man in diesen Chor mit einsinkt zu überlegen und Danke sagen, dass man eben nicht solche Organisationen braucht.
00:25:58: Christian, danke für diese interessanten Einblicke und auch für das Hineinspüren können durch dieses Gesprächs in deine Arbeit oder in die Arbeit, die du und dein Team leistet.
00:26:13: Gerade in einer Zeit, in der vieles schnell und leistungsorientiert ist, sind es oft genau solche Perspektiven die uns daran erinnern worauf es wirklich ankommt.
00:26:24: Und genau solche Geschichten wollen wir beim RTS Unternehmertrock sichtbar machen weil sie zeigen dass Unterneemertum und Verantwortung weit über wirtschaftlichen Erfolg hinausgehen können.
00:26:35: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal beim Rts Unternehmertrock.
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